02.07.2014

Traum vom Sommermärchen

TeBe verstärkt sich – Ein Hauch von Bundesliga

Gilt bei Tennis Borussia als "Königstransfer" für die neue Saison: Mittelfeldspieler Lennart Hartmann (links), hier im Trikot des Berliner AK.

Sascha Kuche hat sich diebisch gefreut. Gleich nachdem der 27-Jährige vom SC 1992 Waldgirmes seinen Vertrag unterzeichnet hatte, beschlich ihn noch ein dringender Wunsch. „Er wollte unbedingt ein Foto, auf dem er mit unserem Vereinsemblem zu sehen ist und das dann auf seine Facebook-Seite stellen”, sagt Andreas Voigt, Vorstandsmitglied bei Tennis Borussia. Kuche ist einer der Neuzugänge bei TeBe für die kommende Saison. Der Linksverteidiger, einst U16-Nationalspieler, soll mithelfen, damit die Borussen im nächsten Jahr ihr kleines lila-weißes Sommermärchen feiern dürfen: den Aufstieg in die Oberliga. „Das ist ganz klar unser Ziel”, gibt Voigt ehrlich zu, warnt aber vorsorglich: „Einfach wird's nicht.”

Kuche ist keineswegs die hochkarätigste Verstärkung der Charlottenburger. Diese Ehre oder Bürde, ganz wie man will, wird vielmehr Lennart Hartmann zuteil. Der frühere U20-Nationalspieler bringt sogar mal wieder einen winzigen Hauch von Profifußball ins altehrwürdige Mommsenstadion. Hartmann, 23 Jahre alt, hat schließlich für Hertha BSC drei Bundesligaspiele bestritten, zuletzt war er beim Berliner AK. Am Freitagnachmittag setzte er seine Unterschrift unter einen Vertrag bei TeBe.

Mit dem Torjäger-Duo Arafa El-Moghrabi und Norbert Lemcke, beide vom Brandenburg-Ligisten TuS Sachsenhausen geholt, stärkte TeBe zudem die Offensive. Und auch der Deutsch-Pole Patrick Podrygala, zuletzt SD Croatia (davor SV Altlüdersdorf), trägt künftig den Borussen-Adler auf der Trikotbrust. „Wir haben jetzt 19 Spieler im Kader, 25 sollen es werden”, sagt Andreas Voigt. Noch in der Schwebe ist, ob Tom Kirstein, Fabien Thokomeni, Ertan Turan und Moris Fikic ihre Verträge verlängern. Die Vorbereitung auf die neue Saison startet Trainer Daniel Volbert am Freitag am Sportgelände Kühler Weg.

Erstaunlich früh hat Tennis Borussia diesmal die Personalplanungen für die neue Saison vorangetrieben. Das geschah in den vorangegangenen Jahren erst auf den letzten Drücker. Stets hinderte den Verein eine ungewisse Zukunft an einer kontrollierten und gut durchdachten Kader-Zusammenstellung. Von Sommer 2010 an lastete mehr als eineinhalb Jahre lang ein Insolvenzverfahren über den Lila-Weißen. 2011 kannte der Verein zudem nach der – verlorenen! – Relegation gegen Borea Dresden erst spät seine Klassenzugehörigkeit. Auch danach, in der Berlin Liga, vereitelte der Kampf gegen den Abstieg und die damit verknüpfte Ungewissheit über die zukünftige Spielklasse alle längerfristigen Planungen.

Diesmal hat der Verein rechtzeitig Vorsorge getroffen. Schon im April wurde als vorausschauende Maßnahme der Trainer gewechselt. Daniel Volbert übernahm die Aufgabe von Markus Schatte. „Wir wollten dem neuen Trainer frühzeitig die Chance geben, unsere vorhandenen Spieler kennenzulernen und zu schauen, auf welchen Positionen Handlungsbedarf besteht”, sagt Voigt. Ohnehin wird ja bei TeBe bei Personalentscheidungen nicht lange gefackelt. Da der 1. Vorsitzende Roland Weißbarth seit einiger Zeit an einer komplizierten Bandscheibengeschichte laboriert, führt jetzt Voigt in der bewegten Phase zwischen zwei Spielzeiten das operative Geschäft. Kein Neuland für ihn: Er war bis Juli 2013 schon Vorsitzender – und hat die aufregende Zeit des Insolvenzverfahrens an höchst verantwortlicher Stelle geschultert.

Von Karsten Doneck

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