25.05.2014

Regionalliga: Spielerisch starke Hertha dank Stephan-Tor gerettet

Marzullo vergibt die Rettung

Zwei Matchbälle hatte die Reserve von Hertha BSC zuletzt vergeben, so dass es im Abstiegskampf nochmal brenzlig wurde. Am Sonnabend kam es gegen Lok Leipzig zum Showdown. 3000 Fans begleiteten die Leipziger in Herthas Amateurstadion – und mussten mit ansehen, wie ihr Klub durch ein 1:1 in die Oberliga abstieg.

Der 1. FC Lok Leipzig ist für seine Wahnsinns-Aufholjagd nicht mehr mit dem Klassenerhalt belohnt worden. Das nach erneutem großen Kampf bei der Hertha errungene Remis war dafür am Ende zu wenig. Stand heute ist der in Berlin von wohl 3000 Fans unterstützte Traditionsverein in die Oberliga abgestiegen. Dennoch bleibt die Hoffnung bestehen. Steigt die TSG Neustelitz am kommenden Sonntag in Mainz Richtung 3. Liga auf, bleibt Lok der Regionalliga erhalten, was nicht nur alle Vereinskassierer erfreuen würde. Trainer Heiko Scholz ist sich über einen TSG-Aufstieg nämlich fast sicher: „Weil wir es nach den letzten Wochen und Monaten einfach verdient haben, viertklassig zu bleiben.“

Dabei hätte es bereits am Sonnabend zum großen Happyend kommen können. Es lief bereits die Nachspielzeit, da passte der erst in der Schlussphase auftauende Grandner flach und scharf nach innen. Am kurzen Pfosten verpasste Marzullo, dahinter klärte Andrich mit höchst riskantem Einsatz vor dem einschussbereiten Rolleder. Und noch danach drosch Marzullo eine der vielen Kopfballverlängerungen von Rolleder über das nahe Tor hinweg. Kurz darauf pfiff der mit stoischer Gelassenheit und einer Bärenruhe den sich zum Ende deutlich aufheizenden Fight dann zum Jubel aller Hertha-Sympathisanten endlich ab.

Es bleibt aber klar und deutlich festzuhalten, dass ein Erfolg der Leipziger nicht den angebotenen Leistungen entsprochen hätte. Hertha – mit den „Profis“ Burchert und Holland verstärkt – zeigte sich gegenüber den jüngsten Darbietungen deutlich verbessert, stellte das technisch wie spielerisch eindeutig bessere Team. Und da man auch den mannhaften Kampf ohne Einschränkung annahm, Lok trotz allen Willens in seinen Mitteln eher limitiert blieb (Scholz: „Mehr geht halt nicht.“), waren Herthas Youngster bis zum spät fallenden Ausgleich das sich allein Tormöglichkeiten erspielende Team.

Kurz vor (Holland) und kurz nach der Pause (Breitkreuz) lag eine logisch erscheinende Belohnung bereits in der Luft. Die besorgte schließlich der mächtig arbeitende Stephan, als er sich auf Zingus Eingabe blitzschnell um Dräger drehte und den starken Lok-Keeper mit einem technisch anspruchsvollen Drehschuss überwand. Scholz reagierte, brachte die für mächtige Belebung sorgenden Rolleder und Pejic. Hertha zog sich nun (zu) weit zurück, blieb bis auf eine Nachlässigkeit beim Ausgleich (Ballverlust Samson) eben bis auf die Nachspielzeit konzentriert.

Hertha BSC II – 1. FC Lok Leipzig 1:1 (0:0)

HERTHA: Burchert – Regäsel, Breitkreuz, Müller, Zingu – Samson, Holland – Kiesewetter, Rockenbach da Silva (80. Andrich), Kamarieh (42. Ebot-Etchi) – Stephan (90.+4 Neuendorf).
LOK: Latendresse-Levesque – Scheibe {86. Engler), Krug, Dräger, Trojandt (55. Rolleder) – Kilz, Wendschuch (70. Pejic) – Zielinsky, Langner, Grandner – Marzullo.
SR: Ostrin (Eisenach) – Z: 3.789.
TORE: 1:0 (53.) Stephan, 1:1 (76.) Grandner.
GELBE KARTEN: Kiesewetter, Samson, Stephan – Trojandt, Krug.
BESTE SPIELER: Breitkreuz, Holland, Stephan – Latendresse-Levesque, Kilz.

Von Peter Türk

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