22.05.2014

Regionalliga: Horrorszenario Nichtangriffspakt

ZFC Meuselwitz und Babelsberg 03 könnten den Abstiegskampf unrühmlich gestalten

Für Herthas Robert Andrich (Mitte) geht es am Sonnabend gegen Lok Leipzig ebenso um den Klassenerhalt wie für die Meuselwitzer Michael Rudolph (li.) und Carsten Sträßer gegen Babelsberg. Foto: JouLux

Am Sonnabend findet der letzte Spieltag in der Regionalliga Nordost statt. Die bange Frage lautet: Wer begleitet Schlusslicht Optik Rathenow als zweiter Absteiger? Noch vier Teams zittern um den Klassenerhalt. Pikanterweise treffen diese Mannschaften in zwei direkten Duellen aufeinander.

Die Spielplan-Ansetzer für die Regionalliga Nordost haben zweifelsohne ein glückliches Händchen bewiesen. Wenn am Sonnabend der letzte Spieltag ausgetragen wird, kommt es im Abstiegskampf zu einem wahren Showdown. Hertha BSC II empfängt Lok Leipzig, gleichzeitig spielen ZFC Meuselwitz und Babelsberg 03 gegeneinander. Diese vier Mannschaften machen in ihren direkten Duellen den zweiten Absteiger neben Schlusslicht Optik Rathenow unter sich aus. Brisant dabei: Meuselwitz und Babelsberg würde ein Unentschieden zum Klassenerhalt reichen. Wir blicken voraus:

Hertha BSC II – 1. FC Lok Leipzig

Zwei Matchbälle hat die U 23 von Hertha BSC gegen direkte Konkurrenten zuletzt vergeben. Vergangene Woche verlor die Mannschaft von Trainer Ante Covic in Babelsberg 0:1, am Spieltag zuvor unterlag sie daheim dem ZFC Meuselwitz 0:2. „Nun müssen wir es halt im Heimspiel gegen Lok richten“, sagt Covic.

Ob das so einfach wird? Die Leipziger reisen am Sonnabend jedenfalls selbstbewusst in Herthas Amateurstadion (Anstoß: 13.30 Uhr). Seit sechs Spielen hat das Team von Coach Heiko Scholz nicht mehr verloren, holte in diesen Partien stolze 14 Punkte. „Wir haben so lange auf ein Endspiel hingearbeitet, nun bin ich überzeugt davon, dass wir bei Hertha gewinnen“, sagt Scholz. Das muss seine Elf auch, schließlich rangiert sie auf dem vorletzten Platz mit zwei Punkten Rückstand auf Hertha, Babelsberg und Meuselwitz. Bauen können die Leipziger auf ihre Fans, die zahlreich mit nach Berlin reisen werden.

ZFC Meuselwitz – Babelsberg 03

Es gibt ein Horrorszenario, das man sich eigentlich gar nicht vorstellen mag. Unabhängig vom Ausgang der Partie Hertha BSC II gegen Lok Leipzig würde Meuselwitz und Babelsberg ein Unentschieden für den Klassenerhalt reichen. Erlebt die Meuselwitzer Bluechip-Arena am Sonnabend ab 13.30 Uhr also einen Nichtangriffspakt? Ein gähnend langweiliges Hin-und-her-Geschiebe, bis nach quälend langen torlosen 90 Minuten endlich abgepfiffen wird? Damit würde der Fairplay-Gedanke mit Füßen getreten werden.

Hat es schließlich alles schon mal gegeben. Die Mutter aller Nichtangriffspakte ereignete sich bei der Weltmeisterschaft 1982 im spanischen Gijón beim letzten Gruppenspiel zwischen Deutschland und Österreich. Seinerzeit ging Deutschland durch einen frühen Treffer von Horst Hrubesch 1:0 in Führung – ein Ergebnis, das beiden Mannschaften fürs Weiterkommen reichte. Die Spieler wussten dies, da das andere Gruppenspiel Algerien gegen Chile (3:2) bereits vorher ausgetragen worden war. Fortan schoben sich die Teams nur noch den Ball zu, ohne aufs gegnerische Tor zu drängen. Das Spiel ging als „Schmach von Gijón“ in die Annalen ein.

Doch Meuselwitz muss ja nicht das neue Gijón werden. Und vielleicht ist ja bereits eine Woche später der Ausgang beider Partien wieder völlig irrelevant. Denn wenn Meister TSG Neustrelitz sein Aufstiegsspiel zur 3. Liga gegen Mainz 05 II gewinnt, steigt ohnehin nur der Letzte aus der Regionalliga ab. Und der steht mit Optik Rathenow bereits fest.

Wie der letzte Spieltag in der Regionalliga Nordost verlaufen ist, lesen Sie am Montag in der Printausgabe der „Fußball-Woche“.

Von Andreas Krühler

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