31.08.2014

Regionalliga: Gut gespielt, verdient geführt und doch verloren

Unger hält Zwickau im Spiel

Gut gespielt, aber wieder ohne Punkte: Der BAK verlor 2:3 (1:1) gegen den FSV Zwickau. Foto: JouLux

Fußball kann ja sowas von grausam sein … Wer den BAK noch vor 14 Tagen an gleicher Stelle gegen den VFC Plauen (1:4) herumfideln sah, der kam aus dem ehrlichen Staunen kaum mehr heraus. Gegen einen bisher ohne Gegentor angereisten Spitzenreiter aus Zwickau standen die Athleten dank einer eindrucksvollen Darbietung kurz vor dem (verdienten) Sieg.

Gäste-Coach Torsten Ziegner meinte: „Zehn Minuten vor dem Ende wäre ich schon mit einem Remis zufrieden gewesen. Dass wir dann am Ende gar gewonnen haben, war sicherlich ein wenig glücklich.“ Tatsächlich deutete auch recht wenig auf diese spektakuläre Wende hin. Zwar hatte Ziegner mit der Einwechslung von Morozow auf totale Offensive umgestellt. Chancen, den knappen Vorsprung zu erhöhen, hatte aber weiterhin der BAK. Kapan zirkelte einen 24-Meter-Freistoß an den rechten Innenpfosten, von dem das Leder mit viel Effet auf der anderen Seite ins Toraus driftete (74.). Dann setzte sich der selten zu kontrollierende Grischok am linken Flügel gegen gleich mehrere Gegenspieler durch. Seinen Querpaß setzte Uslucan direkt Richtung rechten Torwinkel.

Phänomenal, wie Unger diesen Ball noch parierte (83.). Der Keeper hatte bereits unmittelbar vor dem Pausenpfiff einen scharfen Benyamina-Kopfstoß aus dem Eck gefischt, sich damit insgesamt die Tagebestnote verdient. Damit werden die ersten beiden Gegentreffer überhaupt doch wohl zu verschmerzen sein.

Zumal noch die Wende gelang, an der der spät eingewechselte Turan nicht ganz unschuldig sein dürfte. Nach einem Befreiungsschlag sank er ohne erkennbare Feindeinwirkung laut brüllend zu Boden. Der FSV nutzte die zur Unordnung führende Unruhe konsequent aus. Ein Morozow-Volley schlug bildschön im hohen linken Eck ein. Doch damit nicht genug: Eine weitere weite Göbel-Flanke landete über Umwegen beim starken Grandner. Dessen flache Eingabe drückte Röhr zum stürmisch bejubelten Siegtreffer ins nahe Netz.

Somit standen die wirklich viel investierenden Athleten mit leeren Händen standen da. Dennoch gilt es viel Positives aus dieser ansprechenden Partie zu ziehen. Trainer Dietmar Demuth scheint es in kurzer Zeit gelungen zu sein, aus dem „zusammengewürfelten Haufen“ (sein Zitat) eine respektable Einheit zu formen. Die Offensivachse mit Kapan, Alassani, Benyamina und Grischok verspricht – besser eingespielt – in jedem Fall noch einiges.

Berliner AK 07 – FSV Zwickau 2:3 (1:1)

BAK: Grof – Lichte, Coric, Corbin-Ong, Mlynikowski – Skoda, Kapan – Alassani (62. Uslucan), Ucar, Grischok – Benyamina (79. Turan).
ZWICKAU: Unger – Fuß (73. Morozow), Mai, R. Paul, Göbel – Wachsmuth – Grandner, Stiefel (62. Röhr), Frick (56. Schlicht), M. Zimmermann – Genausch.
SR: Wartmann (Großvargula) – z.Z.: 404.
TORE: 1:0 (11.) Grischok, 1:1 (37.) Grandner, 2:1 (58.) Benyamina, 2:2 (86.) Morozow, 2:3 (89.) Röhr.
GELBE KARTEN: Kapan, Coric – Göbel, Schlicht.
BESTE SPIELER: Grischok, Kapan, Skoda – Unger, Grandner.

Von Peter Türk

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