03.12.2014

Pütt rettet auf der Linie

Neustrelitz bleibt unter Trainer Petersen ungeschlagen

Die TSG Neustrelitz blieb unter Trainer Andreas Petersen auch im vierten Spiel ungeschlagen und erreichte bei Herthas Ausbildungsteam ein unter dem Strich leistungsgerechtes Remis. Dabei überraschten die Residenzstädter mit einem so noch nicht praktizierten 3-4-3-System, das gerade vor der Pause zu einem hochinteressanten, mit offenem Visier geführten Schlagabtausch entscheidend beitrug.

Die Berliner hatten zunächst große Mühe, sich auf die harpunenhaft vorgetragenen Angriffe der Gäste einzustellen. Auf den Außenbahnen bestachen Weidlich und Yao mit hohem Tempo. Nach einer Yao-Eingabe schlug Pütt zentral am Ball vorbei (11.). Umso überraschender fiel zu diesem Zeitpunkt Herthas Führung, als Rockenbach am langen Pfosten eine durchgerutschte Regäsel-Eingabe ungestört eindrücken durfte.

Es ging ohne große taktische Zwänge ungekünstelt in höchstem Tempo weiter. Mit Chancen hüben – Borns Eingabe wurde auf der Linie geklärt – wie drüben – Adamyans „Schrumme“ klatschte ans Gebälk. Der von Weidlich nach schneller Kombination über Pütt und Yao erzielte Ausgleich war verdient. Erst danach wurde es merklich ruhiger, beide Teams nahmen sich eine erste schöpferische Pause.

Und so richtig kamen sie auch nach Wiederanpfiff nicht mehr auf Touren. Was Hertha-Coach Ante Covic auch begründete: „Da hatten beide Mannschaften doch gehörigen Respekt vor dem Tempo des Kontrahenten entwickelt und wollten nicht auch noch in den vielleicht entscheidenden Konter hineinlaufen.“

So entsprangen die nun auf beiden Seiten weniger werdenden Möglichkeiten denn auch eher Zufälligkeiten. Hertha hatte nun allerdings deutlich mehr Ballbesitz. Rockenbach schwang sich dabei zum Taktgeber etlicher, zumindest im Ansatz vielversprechender Aktionen auf. Neustrelitzer Konter blieben dabei eher die Ausnahme. Yao baute rapide ab. Nur einmal musste sich Torwart Sprint noch auszeichnen, als Trkulja nach schöner Kombination aus 18 Metern abschloss (82.). Dann bot sich den Berlinern die Möglichkeit zur Entscheidung. Stephan hatte den wieder einmal zu zögerlich die Linie verlassenden Neustrelitzer Schlussmann Bittner bereits umkurvt und zog aus spitzem Winkel ab. Doch Pütt wusste im letzten Augenblick zu klären, kollidierte bei dieser Rettungsaktion allerdings mit dem Pfosten. Das einhellige Fazit beider Trainer lautete so: „Mit dem Unentschieden kann man leben. Es spiegelt die Leistungen wohl gerecht wider.“ Dem darf sich widerspruchslos angeschlossen werden.

Hertha BSC II – TSG Neustrelitz 1:1 (1:1)

HERTHA: Sprint – Regäsel, Syhre, Breitkreuz, Arnst (46. Zingu) – Samson, Dem – Born (58. Kohls), Rockenbach, Fuchs – Stephan.
NEUSTRELITZ: Bittner – Franke, Müller, Zeugner – Wunderlich, Adamyan, Trkulja, Pütt – Weidlich (90.+1 Aust), Schied (78. Schmunck), Yao (88. Boettcher).
SR: Herde (Dresden) – Z: 258.
TORE: 1:0 (16.) Rockenbach, 1:1 (38.) Weidlich.
GELBE KARTEN: Breitkreuz, Stephan – Adamyan, Schied, Wunderlich.
BESTE SPIELER: Syhre, Rockenbach – Adamyan, Weidlich.

Von Peter Türk

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