17.07.2020

Mit Vollgas in die Bezirksliga

Die Sportfreunde Kladow schaffen den Durchmarsch – Torjäger Mehmet Aydin erzielt 35 Treffer in 20 Spielen

Foto: Verein

Runter, wieder hoch und noch weiter: Nach dem Abstieg 2018 aus der Kreisliga A kehrten die Sportfreunde Kladow vor Jahresfrist mit dem Staffelsieg und 61 Punkten aus 24 Spielen aus der Kreisliga B umgehend in die A-Klasse zurück – um diesmal den Durchmarsch zu schaffen. Vollkommen überraschend war das nicht, denn die Mannschaft von Trainer Michael Heinrich galt vielen Kontrahenten schon vor Saisonbeginn als Geheimfavorit.

Vor allem die Souveränität, wie die Staffelsieg gelang, war beeindruckend. Mit sechs Punkten Vorsprung vor den Verfolgern und Mitaufsteigern Lichtenberg 47 II und NSF Gropiusstadt II stand Kladow beim Saisonabbruch im März in der Tabelle ganz vorn.

Offizielles Ziel der Kladower für die Saison 2019/20 war ein Platz im gesicherten Mittelfeld. Wobei schnell die Spatzen von den Dächern pfiffen, dass man am Gößweinsteiner Gang etwas tiefstapelte. Der psychologische Vorteil, als Aufsteiger eher unterschätzt zu werden, sollte lange wirken. Und auch für die eigene Elf sollten weder Überheblichkeit noch Druck eine gute Spielzeit überschatten. Es lief von Beginn an gut. „Wir haben Ball und Gegner oft gut zugelaufen“, sagt Trainer Michael Heinrich. Das schnelle Umschaltspiel klappte immer wieder. Außerdem blieb Kladow von Verletzungswellen und längeren Sperren verschont.

Es gelang ein Saisonstart nach Maß: Mit 5:0 gewannen die Kladower gegen die ebenfalls hochgehandelte Reserve des SSC Teutonia. Damit stand der Aufsteiger bereits nach dem 1. Spieltag auf dem ersten Tabellenplatz. Es folgten ein 6:2 gegen SW Neukölln II, ein 10:0 gegen den als Aufstiegsaspirant in die Spielzeit gegangenen BSV 92 II und ein erneutes 10:0 gegen Chemie Adlershof. „Beide Teams haben sich unter Wert geschlagen“, relativiert Heinrich. Gegen Marathon 02 wurden die Kladower erstmals richtig gefordert. Nach zehn Minuten lagen die Heinrich-Schützlinge 0:2 hinten, drehten das Spiel aber durch ein spätes Tor von Mehmet Aydin noch zum 3:2-Sieg. Aydin war es auch vorbehalten, mit seinem Tor das spannende und hochklassige Spitzenspiel gegen Lichtenberg 47 II zu entscheiden. Am 8. Spieltag wurde beim 5:1 gegen NSF Gropiusstadt II ein weiterer Verfolger abgeschüttelt. Erst im zehnten Spiel setzte es die erste Niederlage. Der VfB/Einheit zu Pankow ließ Stürmer Aydin nur einmal außer Acht und gewann mit 2:1. Zudem hielt VfB-Keeper Clemens Teige einen Strafstoß von Daniel Juhasz. Das bekam der nächste Gegner Traber FC II zu spüren: Das 11:2 war bereits der dritte zweistellige Sieg der Kladower in der Hinrunde.

In der Adventszeit ging den Sportfreunden dann etwas die Puste aus. Am 1. Dezember verlor Kladow Daniel Stiel per Platzverweis und am Ende das Spiel gegen Stern Marienfelde II mit 1:2 durch einen Treffer in der Nachspielzeit. Gegen den erfolgreich mauernden Nordberliner SC II reichte es anschließend nur zum 0:0. Bei TuS Makkabi II konnten zwei Rückstände aufgeholt werden, aber mehr als ein 2:2 war nicht drin. Dennoch wurden die Sportfreunde Kladow mit 35 Punkten und sechs Zählern Vorsprung auf das punktgleiche Verfolgerfeld von Lichtenberg 47 II, NSF Gropiusstadt II und SSC Teutonia II Herbstmeister.

Gleich im ersten Rückrundenspiel trafen die Kladower erneut auf Makkabi II. Diesmal gelang es der Heinrich-Formation, einen 0:2-Rückstand in einen 4:2-Sieg umzuwandeln. Aydin gelang dabei ein Hattrick. Auch gegen die Nordberliner gelang mit 3:0 jetzt ein Sieg. Und bei der 5:2-Revanche gegen Stern Marienfelde II war einmal mehr Aydins Klasse ausschlaggebend. Erst das letzte Spiel vor dem Saisonabbruch verloren die Kladower. Bei NSF Gropiusstadt II gaben die Sportfreunde eine 1:0-Pausenführung noch aus der Hand und unterlagen 1:2.
Punktuelle Verstärkungen waren ein Teil des Erfolgsrezepts. Mehmet Aydin wurde zu Saisonbeginn verpflichtet, um als Goalgetter den Kladower Sturm noch gefährlicher zu machen. Er enttäuschte seinen neuen Verein nicht. „Mehmet ist im besten Fußballalter. Neben seiner Kreativität mit Ball ist er auch noch brandgefährlich am und im Strafraum. Er sieht aber auch besserplatzierte Mitspieler“, lobt Heinrich den 31-Jährigen. „Er ist menschlich und fußballerisch ein Teamspieler.“ Aydin wechselte vor Jahresfrist zusammen mit den Mittelfeldspielern Irmak-Baran Günes, Daniel Juhasz und Keeper Kevin Sendatzki vom FK Srbija zu den Sportfreunden Kladow. Am Ende erzielte er 35 der 90 Kladower Tore.

Der Bezirksliga sieht Trainer Heinrich optimistisch entgegen: „Wir haben uns spielerisch gut entwickelt. Daran werden wir anknüpfen.“

Die 90 Tore für die Sportfreunde Kladow erzielten:

Aydin (35), Stiel (16), Henke (8), Mertens (7), Lindauer (5), Kuckei (5), Sensoy (3), Hoffmann (2), Weisbrod, Dauben, Moschko, Scherger (je 1). Hinzu kommen vier Tore aus einer Wertung vom Spiel gegen TuS Makkabi II sowie ein Eigentor.

Von Kilian Daske

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