28.05.2014

Mehr Mumm nach der Pause

Lensinger und Özcin beim Saisonfinale erfolgreich

Kurz vor Schluss musste der Kapitän noch einmal alles geben und bewies dabei Durchhaltewillen und Überblick. Nach Watzkas weitem Pass in die völlig entblöste Hälfte der längst mit Mann und Maus auf den Ausgleich drängenden Zwickauer machte sich Ergirdi auf den weiten Weg zur Entscheidung.

Die fiel ihm dann etwas leichter, weil auch noch der leichtfüßige Öczin mitgelaufen war und nach uneigenützigem Querpass seines Spielführers das Konterwerk mühelos vollenden konnte. Der Fairness halber muss allerdings gesagt werden, dass der Ball zuvor nur selten so reibungslos durch die Berliner Reihen gelaufen war, weshalb hinterher auch Trainer Thomas Herbst von einem „etwas schmeichelhaften Sieg“ sprach.

Vor der Pause lief sogar so gut wie gar nichts, was Herbst vor allem dem mangelnden Zweikampfverhalten zuschrieb. „Wir haben fast körperlos gespielt“, monierte der Coach, dass seine Mannschaft gegen die dominierenden Zwickauer meist nur hinterher lief. Es war Torwart Rickert zu verdanken, dass es zur Pause wenigstens 0:0 stand. Der Keeper reagierte bei Fugmanns Kopfball glänzend (12.), verkürzte gegen Weis gut den Winkel (17.) und war später auch bei Baumanns Kopfball (42.) auf dem Posten. Viktorias Spiel hingegen schleppte sich so dahin und die einzige Chance resultierte folgerichtig aus einem überfallartigen Konter. doch war es symptomatisch, wie Antunovic die verheißungsvolle Situation vertändelte (36.).

Immerhin kamen die Hausherren dann mit mehr Mumm aus der Kabine. Und die schnelle Führung, als Lensinger einen weiten Freistoß am langen Eck verwertete, gab zusätzliche Sicherheit. Nun hatte man sich auch auf das Zwickauer Spiel besser eingestellt und hielt die Gäste weitgehend fern vom eigenen Tor. „Unsere Dominanz nutzte uns wenig, weil wir in der Offensive nicht zwingend genug waren. Und mit zunehmender Spielzeit haben wir uns an der dicht gestaffelten Berliner Abwehr die Zähne ausgebissen“, sah FSV-Trainer Torsten Ziegner, wie die Bemühungen seiner Mannschaft immer fruchtloser wurden. Viktoria dagegen wurde nun sicherer, hielt selbst länger die Bälle und konnte auch für mehr Entlastung sorgen. „Wir haben einfach besser dagegen gehalten“, lobte Thomas Herbst die Steigerung.

FC Viktoria 89 – FSV Zwickau 2:0 (0:0)

VIKTORIA: Rickert – Lensinger, Klippel, Schröder, Brehmer – Kruschke, Ergirdi – Austermann, Watzka, Antunovic (60. Leutloff) – Jelitto (66. Özcin).
ZWICKAU: Unger – Eggert, Baumann, Paul, Göbel – Fugmann (60. Romanovski), Röhr, Stiefel, Weis (78. Wölfel) – Genausch, Frick.
SR: Wartmann (Großvargula) – z.Z.: 905.
TORE: 1:0 (47.) Lensinger, 2:0 (84.) Özcin.
GELBE KARTE: Watzka.
BESTE SPIELER: Rickert, Ergirdi – Baumann, Röhr.

Von Sascha Stolz

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