21.11.2014

Kreisliga B: Abruptes Ende einer erfolgreichen Beziehung

Warum Trainer Herbert Hochheim und der BFC Germania 88 künftig getrennte Wege gehen

Auch der Suche nach einem neuen Trainer: Traditionsklub BFC Germania 88.

Aus sportlicher Sicht schien sich die Verbindung zwischen dem BFC Germania 88 und Coach Herbert Hochheim als Glücksgriff zu erweisen – als Tabellenvierter stand der Traditionsverein in der 5. Abteilung der Kreisliga B jedenfalls gut da. Trotzdem trat Hochheim nun zurück. Wir erklären die Hintergründe.

Acht siege aus zwölf Spielen, 26 Punkte und Tabellenplatz vier – aus sportlicher Sicht schien die Spielzeit 2014/15 für den BFC Germania 88 absolut nach Plan zu verlaufen. Die Resultate waren aber scheinbar das einzige, was beim B-Ligisten stimmte. Zumindest wenn man dem bisherigen Trainer Herbert Hochheim glauben darf. Nach nur einem halben Jahr hat der 62-Jährige sein Traineramt niedergelegt.

„Ich habe den Job bei Germania mit viel Leidenschaft und Motivation übernommen“, sagt Hochheim, „aber davon ist leider nicht viel übrig geblieben.“ In den vergangenen Wochen hätten im Schnitt nicht mal zehn Spieler auf dem Trainingsplatz gestanden. An ein leistungsorientiertes Arbeiten war somit nicht zu denken.

Überraschender Zeitpunkt

Zudem mangelte es scheinbar auch an Spieltagen an der richtigen Einstellung. „Trotz der Siege war von Begeisterung und Freude nichts zu spüren“, bemängelt Hochheim. Stattdessen kam es zu internen Streitigkeiten. Die im Team-Kreis vor jedem Spiel beschworene Gemeinschaft sei mit jedem Fehlpass zerbröckelt. Weil keine Besserung in Sicht war, zog der Trainer die Konsequenzen.

Für den Vorstand kam Hochheims Rücktritt nicht gänzlich unerwartet. Der Zeitpunkt – kurz vor der Winterpause – sorgte intern jedoch für Verwunderung. „Wir haben gedacht, dass wir vielleicht noch die Kurve bekommen“, sagt Volkmar Bauer. Über Details wollte der Sportliche Leiter des Klubs zwar nicht sprechen, aber Teile der Mannschaft hatten offenbar ihre Probleme mit dem Coach. Von Vorstandsseite sei man mit der Arbeit des Trainers jedoch vollauf zufrieden gewesen.

„Werden keinen Schnellschuss machen“

Hochheim hatte das Team erst zum Ende der vergangenen Saison übernommen. Nach dem abrupten Ende der erfolgreichen Zusammenarbeit sehnen sich die Germanen nun umso mehr nach Konstanz auf der Trainerbank. „Wir werden keinen Schnellschuss machen“, sagt Bauer mit Blick auf die Trainersuche.

Vorerst wird Bauer die Mannschaft selbst betreuen. Über Erfahrung verfügt er zur Genüge: Acht Jahre coachte er die TSV Helgoland, zwei Jahre die Germanen. Ambitionen als Trainer habe er jedoch nicht mehr. Auch eine interne Lösung scheint bereits vom Tisch zu sein. „Der neue Mann“, sagt Bauer, „wird auf jeden Fall von außen kommen.“

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JL

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