13.05.2014

Dicke Luft bei Stern 1900

Verspätete Meldung zur Regionalliga sorgt für Unruhe und Frust bei Sterns Frauen

Den Frauen von Stern 1900 um Nina Fiebig (hier beim Hallenturnier gegen den SV Adler) ist die Freude über die starke Saison gehörig vergangen. Foto: JouLux

Die erste Frauenmannschaft von Stern 1900 hat ihr Saisonziel, Platz drei in der Berlin-Liga, erreicht. Trotzdem herrscht großer Frust bei den Steglitzerinnen. Grund sind die verspätet beim NOFV eingegangenen Unterlagen für die Regionalliga und mangelnde Kommunikation zwischen Vorstand und Mannschaft.

Eigentlich müsste die Stimmung bei den Frauen des SFC Stern 1900 prächtig sein. Platz drei in der Berlin-Liga ist den Steglitzerinnen praktisch nicht mehr zu nehmen – so gut war die Mannschaft noch nie platziert. Doch seit knapp eineinhalb Wochen ist die Freude über die starke Saison großem Frust gewichen. Doch was ist passiert?

„Vor der Saison haben wir uns Platz drei als Ziel gesetzt“, sagt Trainer Harald Planer, „das reicht aber normalerweise nicht zum Aufstieg.“ Da Meister SV Blau Weiss und Verfolger Spandauer Kickers aber nicht für die Regionalliga des NOFV gemeldet haben, bot sich Stern nun doch die überraschende Möglichkeit, nachzurücken und in den überregionalen Fußball aufzusteigen. „So eine Chance muss man ergreifen“, sagt Planer, der früher als Torwart in der österreichischen Bundesliga spielte.

Meldung kommt vier Tage zu spät

Stern reichte die erforderlichen Unterlagen dann auch beim NOFV ein – leider vier Tage zu spät. Somit steigt in dieser Saison keine Mannschaft aus der Berlin-Liga auf. Der 1. Vorsitzende Bernd Fiedler bedauert die Panne zwar, sagt aber auch, dass die Regionalliga in der kommenden Saison für den Verein nicht zu stemmen gewesen wäre. „Regionalliga-Fußball geht nicht ohne Sponsoren und im Gegensatz zur A-Jugend gibt es bei den Frauen auch keine Zuschüsse vom Verband“, erklärt Fiedler. Ohnehin sei der Aufstieg erst für die Saison 2014/15 geplant gewesen, sagt der Vorsitzende, „daher erfüllen wir momentan die Grundvoraussetzungen noch gar nicht.“ Die Meldung sei eigentlich nur erfolgt, damit der Verein schon einmal sieht, wo der NOFV noch Nachbesserungen fordert, sagt Fiedler, „den Aufstieg hätten wir eh nicht wahrnehmen können.“

Planer ist sich indes sicher, dass der Verein die Herausforderung Regionalliga hätte stemmen können und zieht einen aktuellen Vergleich heran: „Paderborn hatte vor der Saison bestimmt auch nicht das Ziel, in die Bundesliga aufzusteigen, und geht das Abenteuer mit einem Minietat an.“

Klärendes Gespräch in der kommenden Woche

Der Frust bei den Steglitzerinnen sitzt nun tief. Der Traum der Spielerinnen ist fürs Erste zerplatz. „Das ist ein bitterer Nackenschlag, der aufgearbeitet werden muss“, sagt Planer, der vom Verein eine klare Perspektive für sich und die Mannschaft fordert. Besonders bei der Kommunikation scheint einiges schief gelaufen zu sein. So schreibt eine Spielerin in einem Blog, dass die Mannschaft von der verspäteten Meldung und dem damit verpassten Aufstieg erst aus der „Fußball-Woche“ erfahren hätte. Dort werden auch Befürchtungen geäußert, dass das Team nun auseinanderfallen könnte.

In der kommenden Woche gibt es zumindest die Gelegenheit, die Wogen etwas zu glätten. In einem Gespräch zwischen Vorstand, Mannschaft und Trainer soll das folgenschwere Missverständnis aufgearbeitet werden. An den verbliebenen zwei Spieltagen will sich Stern nun noch Platz zwei sichern, Feierstimmung wird aber auch dann wohl eher nicht aufkommen.

Von Julian Graeber

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