03.12.2014

Den Schalter zu spät umgelegt

Babelsberg kann gegen Zwickau den 0:2-Rückstand nicht mehr aufholen

Foto: Kuppert

Zum Hinrundenausklang ein für beide richtungsweisendes Spiel: Die im heimischen „Karli“ bis dato noch ungeschlagenen Filmstädter konnten mit einem Erfolg bis auf zwei Zähler an die Zwickauer heranrücken; die mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Begegnungen angereisten Zwickauer wollten ihren Abwärtstrend beenden, um nicht weiteren Boden auf Herbstmeister Nordhausen zu verlieren. Am Ende stand ein verdienter Sieg für den Gast, der erst in der überaus hektischen, umkämpften Schlussphase noch in Gefahr geriet.

Der FSV fand zu seinen bewährten Tugenden zurück, stand ohne Stammkeeper Unger (Rückenprobleme) defensiv kompakt und sicher. Die Babelsberger wurden früh attackiert, Ballgewinne zum schnellen Umkehrspiel genutzt. Gut gestaffelt führte dies zu einer sichtbaren Überlegenheit. Mit der Einschränkung, sich bei aller Dominanz zu wenige Möglichkeiten zu erarbeiten. „Da hat es zu oft am finalen Zuspiel gehapert“, stellte Trainer Torsten Ziegner trefflich fest.

Deshalb ist auch 03-Coach Cem Efe zu verstehen, als er festhielt: „Erst ein unsererseits leichter Ballverlust hat zum Rückstand geführt.“ Keeper Gladrow missriet ein Abschlag. Den daraus in unmittelbarer Folge resultierenden, allerdings fragwürdigen Freistoß schlug der mit vielen gefährlichen Eingaben aufwartende Patrick Göbel auf den leicht per Kopf die Richtung verändernden Eggert. Nach der Pause köpfte Zimmermann eine Flanke des steten Unruheherds Genausch knapp vorbei (47.), ehe Zimmermann nach einem weiten Diagonalschlag von Patrick Göbel den zögerlich herauskommenden Gladrow per Kopf überlupfte. Die Entscheidung schien damit gefallen.

Denn: Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der allein durch Zimmer und Cubukcu ansatzweise Offensivversuche startende Gastgeber noch nicht einmal das Gästetor avisiert. Mit dem überhaupt ersten Versuch traf von Piechowski nach Cubukcu-Freistoß aber zum Anschluss. Und plötzlich war nichts war mehr so wie bisher. Als würde eine Zentnerlast von den Schultern genommen, schwammen und kämpften sich die Babelsberger nun frei. Ein jetzt überragender Cubukcu avancierte zum Antreiber. Ein bis dahin unsichtbarer Albrecht machte endlich Bälle fest und sorgte für Gefahr. Zwickau hatte seine Souveränität verloren. Efe brachte mit Makangu und Petrik zwei frische Stürmer, zog zusätzlich Innenverteidiger Schönwälder nach vorn. Dennoch erbrachte die teilweise unappetitlich geführte Schlussphase bei allem Aufbegehren nur zwei vage Möglichkeiten für Zimmer (71.) und Albrecht (80.). Eine wirklich schwere Prüfung hatte Torwart Braunsdorf aber nicht zu bestehen.

SV Babelsberg 03 – FSV Zwickau 1:2 (0:1)

BABELSBERG: Gladrow – Hecko (77. Makangu), Schmidt, Schönwälder, Cepni – Sindik, Hellwig (85. Petrik) – Zimmer, Cubukcu, Grundler (46. von Piechowski) – Albrecht.
ZWICKAU: Braunsdorf – P. Göbel, Eggert, Paul, C. Göbel – Wachsmuth – Grandner (87. Morozow), Frick, Stiefel (81. M. Baumann), Zimmermann – Genausch (90.+2 Gehrmann).
SR: Prager (Gera) – z.Z: 1834.
TORE: 0:1 (33.) Eggert, 0:2 (52.) Zimmermann, 1:2 (58.) von Piechowski.
GELBE KARTEN: Cubukcu, Schönwälder, Cepni – C. Göbel, Frick, Stiefel, Grandner, Braunsdorf, P. Göbel.
BESTE SPIELER: Cubukcu – P. Göbel, Wachsmuth.

Von Peter Türk

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