10.05.2020

Ab Freitag wird trainiert

Sportanlagen öffnen, Kabinen und Duschen bleiben dicht

Es geht wieder los. Noch nicht „volle Pulle“, aber immerhin. Von Freitag an dürfen Berlins Fußballer zurück auf den Platz. Von den Bambinis bis zu den Senioren. Echtes Training mit Körperkontakt bleibt aber in Zeiten der Corona-Krise aufgrund der Hygienevorschriften weiterhin untersagt. Alle Trainingsteilnehmer müssen die Abstandsregel (1,5 Meter) beachten; eine Trainingsgruppe darf zudem nur aus maximal acht Personen bestehen – inklusive Übungsleiter.

Zahlreiche Sportanlagen in Berlin haben inzwischen ihre Türen wieder geöffnet, nachdem der Senat in der vergangenen Woche grünes Licht für Individualsportler gegeben hatte. Bis spätestens Freitag folgen nach dann gut zweimonatiger Zwangspause die Fußballplätze. Vereinsheime, Umkleidekabinen und Duschräume bleiben aber erst einmal geschlossen. „Gesonderte Toiletten sind zu öffnen“, heißt es. Die Spieler und Trainer sollen möglichst in Sportkleidung zum Training erscheinen und nach der Trainingseinheit direkt wieder nach Hause fahren.
Die Vereine stehen somit vor einer neuen Herausforderung. „Ein aktueller Trainingsplan wird gerade erstellt“, sagt Michael Stüwe-Zimmer, Geschäftsstellenleiter des FC Hertha 03. „Wir wollen versuchen, dass jede Jugendmannschaft mindestens einmal pro Woche trainieren kann.“ Das wird schwer genug, schließlich tummeln sich normalerweise Woche für Woche allein 54 Nachwuchsteams auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld in Zehlendorf. Da jetzt aber jede Mannschaft aufgrund der Beschränkung auf maximal acht Personen mindestens doppelt gezählt werden muss, ist zwangsläufig die Auslastung der Sportplätze deutlich höher. Nichtsdestotrotz: Hertha 03 ist vorbereitet. „Wir haben dem Sportamt bereits ein Konzept vorgelegt“, sagt Zimmer. Von Vorteil sei es auch, dass das Sportgelände an der Onkel-Tom-Straße über verschiedene Eingänge verfügt.
Neu gefordert sind auch die Übungsleiter. Sie müssen jetzt das Training anders gestalten. Ob Einzelübungen, Schuss- und kontaktloses Techniktraining: Hilfestellung gibt‘s vom Berliner Fußball-Verband (BFV), der den Vereinen „Muster-Trainingseinheiten und einen Leitfaden mit Empfehlungen und Vorgaben“ zur Verfügung stellt und diese via Homepage (www.berliner-fussball.de) kommuniziert.
Auch der DFB hat schnell reagiert und eine 16-seitige Broschüre „Zurück auf dem Platz – Leitfaden für Vereine“ an alle Landesverbände verschickt. Darin: Vorschläge für „Training in der Coronazeit“, aufgeteilt nach einzelnen Altersklassen von den Kleinsten bis zu den Erwachsenen.

Pokalspiele auch nach dem 30. Juni

Der fünfte Finaltag der Amateure mit 21 Landespokalendspielen, ursprünglich wie das „große“ Endspiel um den DFB-Pokal für den 23. Mai terminiert, muss coronabedingt zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Nähere Angaben zu einem neuen Termin gibt es bislang nicht. Die Live-Übertragung aller Spiele in einer ARD-Konferenz sei aber nach wie vor fest geplant, teilte der Berliner Fußball-Verband (BFV) mit.
Während in einigen Landesverbänden bereits unterschiedliche Entscheidungen zur Zukunft der laufenden Saison gefallen sind (Fortsetzung bzw. Abbruch), sollen die laufenden Pokalwettbewerbe möglichst überall beendet werden. „Notfalls ohne Zuschauer“, sagt Achim Gaertner, Präsidialmitglied Spielbetrieb im BFV. Die Spiele könnten auch nach dem 30. Juni, dem eigentlichen Saisonende, stattfinden, heißt es. In Berlin stehen bei den Männern noch die beiden Halbfinalbegegnungen (Berliner SC gegen Viktoria 89 sowie BFC Dynamo gegen VSG Altie­nicke) und das Endspiel an.
Die erste DFB-Pokal-Hauptrunde der Saison 2020/21, eigentlich für Mitte August geplant, wird nach FuWo-Informationen auf Ende Oktober verschoben.

Von Ulli Meyer

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