18.10.2013

Mit null Punkten in den Abgrund?

Drei Bezirksliga-Klubs sind unfassbar schlecht gestartet

Die Bezirksligisten Berliner SV 92, SSV Köpenick-Oberspree und FV Wannsee liefern sich ein Schneckenrennen sondergleichen: Wer kann als erstes einen Punkt verbuchen? Noch hat keiner dieser drei Vereine einen Zähler auf der Habenseite.

Null – null – acht. Was nach einem Geheimcode klingt, ist die niederschmetternde Bilanz dreier Bezirksligisten aus den ersten acht Spielen. Der Berliner SV 92, der SSV Köpenick-Oberspree und die FV Wannsee haben noch keine ihrer bisherigen Partien gewonnen, nicht mal ein Unentschieden war dabei. Stattdessen hagelte es ausschließlich Niederlagen.

Die drei Klubs spielen in verschiedenen Staffeln und bilden selbstredend in ihren jeweiligen Abteilungen das Tabellen-Schlusslicht. Die große Frage lautet: Wer von den arg Gebeutelten punktet zuerst? Ein Überblick:

BSV 92: Die Lage scheint nicht aussichtslos

Am wenigsten aussichtslos erscheint momentan die Situation des Berliner SV 92 in der 1. Abteilung. Die Mannschaft von Trainer Frank Diekmann hat zwar schon 49 Gegentreffer kassiert, dafür aber immerhin schon 14 Tore geschossen. Viel wichtiger aber: Das rettende Ufer ist in Sichtweite. Der Rückstand zu einem Abstiegsplatz beträgt gerade mal vier Punkte. Da ist durchaus noch etwas möglich, zumal der BSV in der Hinrunde noch gegen die Kellerkinder TSV Lichtenberg und SC Charlottenburg II antritt.

Die Hoffnung auf den Ligaverbleib hat Diekmann daher noch lange nicht aufgegeben. Schon vor der Saison wusste er um die Schwere der Aufgabe, wurde ihm doch ein nicht bezirksliga-tauglicher Kader zur Verfügung gestellt. „Wir bereiten uns acht Monate lang auf die Rückrunde vor“, sagte Diekmann im Sommer. Bis dahin will er sein Team wettbewerbsfähig gemacht haben. Ein paar Punkte in der Hinrunde könnten natürlich nicht schaden. Vielleicht gelingt dem BSV ja am Sonntag im Heimspiel gegen TSV Rudow II (14 Uhr, Stadion Wil-mersdorf) das erste Erfolgserlebnis.

Köpenick-Oberspree: Trauriger Niedergang

Was ist bloß in der 2. Abteilung mit dem einst beachtenswerten SSV Köpenick-Oberspree los? Der freie Fall, den die Mannschaft von Trainer Ralf Bauer schon in der vergangenen Landesliga-Saison erlitten hat, setzt sich eine Spielklasse tiefer im selben Maße fort. 5:39 Tore, ein Rückstand von bereits zehn Punkten auf Rang 13 – angesichts dieser Fakten käme der Klassenerhalt einem Wunder gleich.

Man muss kein Prophet sein, um dem SSV zur neuen Saison einen Startplatz in der Kreisliga A vorherzusagen. Zuvor müssen aber noch ein paar Spiele absolviert werden. Am Sonntag geht es zum Drittletzten BSC Marzahn (15 Uhr, Schönagelstraße) – vielleicht die große Chance, um aufhorchen zu lassen. Die zweite Mannschaft von Köpenick-Oberspree, die eigentlich in der Kreisliga B an den Start gehen sollte, ist übrigens bereits zurückgezogen worden. Ein trauriger Niedergang des ehemals ruhmreichen Klubs.

Wannsee: Trainerwechsel als letzter Pfeil im Köcher

Vor zwei Wochen zog die FV Wannsee die Reißleine. Julian König wurde von seinem Amt als Trainer entbunden, Rainer Adam soll nun die Herkulesaufgabe Ligaverbleib bewerkstelligen. Sein Einstand ging daneben, in Adams erstem Spiel beim BSC Rehberge verloren die Wannseer 0:4.

Acht Punkte Rückstand sind es bis zum rettenden Ufer in der 3. Abteilung. Doch an Aufgeben denkt man bei der FV noch nicht. Adam scheint allerdings der letzte Pfeil im Köcher gewesen zu sein. Der passende? Sonntag gegen Berolina Stralau (14 Uhr, Stadion Wannsee) gibt es den nächsten Gradmesser.

Lesen Sie am Montag in der „Fußball-Woche", ob einer in diesem Schneckenrennen vorangekommen ist.

Von Andreas Krühler

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