Das sind die Trainer des Jahres
Die Wahl unter fussball-woche.de erfährt großen Zuspruch - insgesamt gingen während der zweieinhalbwöchigen Abstimmung fast 45.000 Stimmen ein. Die drei Sieger im Portrait.

Die Trainer des Jahres (v. l. n. r): Jörg Schmidt, Murat Tik und Marco
Kretschmer. Fotos: JouLux, privat (2x)
Erstmals veranstaltete die Fußball-Woche in diesem Jahr die Wahl zum Trainer des Jahres in den drei Berliner Topligen. Eine Aktion, die sicherlich wiederholt werden wird – denn insgesamt gingen während der zweieinhalbwöchigen Abstimmung unter www.fussball-woche.de fast 45.000 Stimmen ein. Die meisten davon verzeichnete die Landesliga (20.804), dicht gefolgt von der Berlin-Liga mit 18.999. Die Bezirksliga kam auf 5.483 Stimmen. Hier die Sieger im Portrait:
Berlin-Liga: Jörg Schmidt (VfB Hermsdorf/ 9.311 Stimmen)
Er ist der dienstälteste Trainer in der Berlin-Liga, sozusagen der Thomas Schaaf von Berlin: Jörg Schmidt. Als 38-Jähriger übernahm er zur Saison 1996/97 den VfB Hermsdorf – und Schmidt ist immer noch da. Zu seinem Einstand vor 15 Jahren führte der neue Coach den soeben in die Bezirksliga aufgestiegenen VfB auf Anhieb in die Landesliga und nur ein Jahr später als Meister sogar in die Verbandsliga, der die Hermsdorfer seitdem ohne Unterbrechung angehören – mit Rang drei als bester Platzierung im Jahr 2001.
Für Furore sorgte der pensionierte Postbeamte mit seinem Team vor allem im Berliner Pilsner-Pokal. 2008 schaltete der VfB im Halbfinale den großen 1. FC Union aus (7:6 im Elfmeterschießen), verlor erst im Endspiel 0:2 gegen TeBe. Und nur ein Jahr später hatte Hermsdorf im Halbfinale die „Eisernen“ erneut am Kanthaken, scheiterte diesmal aber im Elfmeterschießen (0:3). Die Turbulenzen des Vorjahrs, als der neue VfB-Chef Klaus Blödorn Schmidt absägen wollte, überstand der Trainer. Während schließlich Blödorn seine Sachen packte, ist Schmidt weiter da. Bernd Karkossa
Landesliga: Murat Tik (Spandauer SV/ 12.213 Stimmen)
Überwältigende Freude kam bei Murat Tik angesichts der Auszeichnung nicht auf. „Natürlich ist das eine schöne Sache. Aber ich hätte lieber den Klassenerhalt geschafft, als die Wahl zu gewinnen“, so der Coach des Spandauer SV, der sich überraschend deutlich gegen die drei Aufstiegstrainer von Staaken, Wilmersdorf und Hürriyet-Burgund durchsetzen konnte.
Tiks Erfolgsrezept besteht wohl vor allem darin, dass ihm seine Spieler folgen – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach der winterlichen Trennung vom 1. FC Galatasaray renovierte der 36-jährige den SSV mit Hilfe eines halben Dutzend ehemaliger „Gala“-Spieler von Grund auf, stellte die drittbeste Rückrundenmannschaft und verpasste den Klassenerhalt nur hauchdünn. „Der Dank gebührt dem Team, das super mitgezogen hat“ – und dies zu weiten Teilen auch in der Bezirksliga tun wird.
Denn den Verantworlichen beim SSV ist es gelungen, den Kader trotz des Abstiegs von wenigen Ausnahmen abgesehen zusammen zu halten – inklusive Trainer, versteht sich. Somit ist es gut möglich, dass Murat Tik in einem Jahr wieder zur Wahl stehen könnte. Dann aber als Aufstiegstrainer. Philipp Stachelsky
Bezirksliga: Marco Kretschmer (Berolina Mitte/ 3.346 Stimmen)
Vom Trainerneuling zum Trainer des Jahres: Marco Kretschmer blickt auf ein unglaubliches Jahr zurück. Vor zwölf Monaten hängte der gelernte Versicherungsfachmann seine Fußballschuhe an den Nagel, wechselte ins Trainermetier – und räumte in seiner Premierensaison als Coach so ziemlich alles ab, was es abzuräumen gab: Aufstieg in die Landesliga, Meistertitel und nun noch die Auszeichnung „Trainer des Jahres“. „Das ist eine coole Sache“, sagt der 32-jährige Coach von Berolina Mitte, fügt aber sogleich hinzu: „Ich sehe diese Auszeichnung als Auszeichnung für die ganze Mannschaft.“
Das ist nicht einfach so daher gesagt. Kretschmer ist ein absoluter Teamplayer. Er wäre der Letzte, der den Aufstiegscoup, den größten Erfolg in der 62-Jährigen Vereinsgeschichte von Berolina Mitte, nur auf sich beziehen würde. „Ich bin zwar die Hauptperson, aber die Arbeit wurde von vielen Schultern getragen, in erster Linie sind da meine Co-Trainer Marcel Jahn und Denis Rekowski zu nennen“, sagt Kretschmer. Lajos Metzel
Aktualisiert (Sonntag, 03. Juli 2011 um 21:38 Uhr)
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