Czekalla die tragische Figur
Binnen weniger Minuten durchlebt die VSG Altglienicke beim Pokalaus gegen Eintracht Mahlsdorf das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen.

Von Julian Graeber
„Heute war einfach einer der Tage, an denen bei uns fast alles schief läuft und beim Gegner alles klappt“, versuchte VSG-Trainer Daniel Böhm nach dem bitteren Aus im Pokal gegen starke Mahlsdorfer eine Erklärung zu finden. Wenige Minuten zuvor war bei Böhm und Co. innerhalb von weniger Sekunden das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen zu erkennen gewesen: Riesige Freude über den wunderschönen Dropkick von Czekalla zum vermeintlichen Ausgleich (89.), rasende Wut über die strittige Aberkennung des Treffers wegen Sichtbehinderung des Torwarts durch einen im Abseits stehenden Altglienicker und schließlich maßlose Enttäuschung, als Schiedsrichter Kobudzinski das Ausscheiden des Berlin-Liga-Spitzenreiters mit dem Abpfiff besiegelte.
Nach einigen Minuten der Reflexion war sich aber auch Böhm bewusst, dass nicht allein der Schiedsrichter für die Niederlage verantwortlich war. „Wenn wir unsere Chancen vorher nutzen, dann kommt es erst gar nicht so weit“, so Böhm.
In einem außerordentlich guten Pokalspiel, das die Zuschauer mit enormen Tempo, vielen Torchancen und guten Kombinationen erstklassig unterhielt, hätte die VSG vor allem im ersten Durchgang mehr aus ihren Möglichkeiten machen müssen. Ein ums andere Mal fehlte es der Offensive jedoch an der nötigen Entschlossenheit.
Als nach den zwei Altglienicker Treffern zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt vieles auf einen Heimsieg hindeutete, brachte Mahlsdorfs Trainer Sven Orbanke seine Mannschaft mit einem glücklichen Händchen zurück ins Spiel: Nicht einmal 60 Sekunden nach seiner Einwechslung traf Lange mit einem Traumtor in den Winkel zum 2:2-Ausgleich. Kurz darauf vergab Czekalla freistehend aus bester Position (75.) und Zorn sorgte im Gegenzug für den Endstand, den Orbanke als durchaus glücklich bezeichnete.
Das Spielschema
VSG Altglienicke – Eintracht Mahlsdorf 2:3 (1:1)
ALTGLIENICKE: Büchner – Jakowitz, Palmer (77. Jelmazi), Kirstein (85. Hermstein), Valentin (65. Didar) – Döge, Wanski – Marschel, Czekalla, Griesert – Kroll.
MAHLSDORF: Kindler – John, Ehrcke, Burmeister (63. Lange), Debrah – Buchsteiner, Piechocki, Janitzek – Zorn, Heller (86. Korn), Jakubietz.
SR: Kobudzinski (SF Kladow) – z.Z: 105.
TORE: 0:1 (34.) Zorn, schirmt einen hohen Ball im Strafraum gut ab und trifft aus der Drehung, 1:1 (45.) Kroll, volley nach Ablage von Marschel, 2:1 (47.) Kroll, Abstauber nach Schuss von Marschel, 2:2 (64.) Lange, trifft mit seinem ersten Ballkontakt aus 25 Metern in den Winkel, 2:3 (76.) Zorn, bleibt nach gutem Janitzek-Pass vor Torwart Büchner eiskalt.
GELBE KARTEN: Griesert, Marschel, Palmer.
BESTE SPIELER: Döge, Marschel, Kroll – Janitzek, John, Lange, Zorn.
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Aktualisiert (Donnerstag, 23. Februar 2012 um 12:59 Uhr)
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