Start Serie Vor 40 Jahren Uwes Abschieds-Tournee

Uwes Abschieds-Tournee

Fast zwei Jahrzehnte lang hatte Uwe Seeler dem deutschen Fußball seinen Stempel aufgedrückt. Nun war der 35-jährige Hamburger am Ende seiner Profi-Laufbahn. Mit dem HSV reiste er noch einmal durchs Land, um Abschied zu nehmen von seinen vielen Bewunderern. Sozusagen mit einer Träne im Knopfloch taten es auch die Berliner. Hertha spielte als Tabellenvierter gegen den Achten HSV. Uwe und der 33-jährige Willi Schulz hoben den Altersschnitt der Hamburger, deren Nachwuchs mit Memering (18) und Kaltz (19) noch nicht ausgereift war.

Uwe war immer noch rastlos unterwegs, aber seine einst gerühmte Schnellkraft hatte nachgelassen. Herthas Stopper Erwin Hermandung ließ ihn nicht zur Entfaltung kommen.

Hertha war die bessere Mannschaft, gewann 2:0. Beide Tore schoss der beste Mann auf dem Feld: „Ete“ Beer. Der Franke bewies seine Fähigkeiten nicht nur als Vorbereiter, sondern auch als Schütze. Beide Knaller waren unhaltbar für den türkischen Nationaltorwart Özcan. Trotz des Hertha-Erfolges wollte im Stadion keine rechte Stimmung aufkommen. Die Bestechungsgerüchte wirkten katastrophal: nur 16.000 kamen…

Am fernen Niederrhein platzte dagegen das alte Stadion am Bökelberg mit 30.000 aus allen Nähten. Dort prallten mit Meister Borussia Mönchengladbach und Bayern München die beiden Verfolger des Spitzenreiters Schalke 04 aufeinander. Die Zuschauer sahen ein Klassespiel, das der Meister zunächst beherrschte. Nach zwei Toren seines Schützenkönigs Jupp Heynckes sahen die Gladbacher schon wie Sieger aus. Aber die Bayern bissen zurück. Franz Beckenbauer und „Bulle“ Roth brachten den Tabellenzweiten auf Touren. Roth schoss das Tor zum 2:2. Der Punktgewinn nutzte den Bayern mehr, obwohl sich der Schalker Vorsprung auf drei Punkte erhöhte. Die Gladbacher aber lagen nun bereits fünf Punkte zurück – schwer aufzuholen, denn damals gab es bekanntlich statt drei nur zwei Punkte für einen Sieg.

Schalke 04, vom Kroaten Ivica Horvat trainiert, zog unbeirrt seine Bahn. In der alten Gelsenkirchener „Glückauf-Kampfbahn“ gelang mit 2:0 über Eintracht Frankfurt im 12. Heimspiel der 12. Sieg! Stand nach 22 Runden: Schalke 36:8 Punkte, Bayern 33:11, Mönchengladbach 31:13, Hertha BSC 25:19.

In der Torschützentabelle lag Gerd Müller weit vorn. In 22 Spielen hatte er bereits 23 Mal getroffen! Bei den Schalkern, die übrigens alle Bestechungsvorwürfe kategorisch abstritten, war der 22-jährige Klaus Fischer erfolgreichster Schütze.

Stand im Februar 1972: Gerd Müller 23 Tore, Heynckes (Gladbach) 15, Keller (Hannover 96), Rupp (1. FC Köln), Fischer (Schalke 04) jeweils 13, Scheer (Schalke 04) 12, Walitza (Bochum) 11, Netzer (Gladbach) und Seeler (HSV) jeweils 10 Tore. Günter Weise

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(Ausgabe Nr. 8)

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Aktualisiert (Mittwoch, 22. Februar 2012 um 13:23 Uhr)

 
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