Start Serie Vor 40 Jahren 18 Ecken – kein Tor!

18 Ecken – kein Tor!

Die Schwierigkeiten des in die roten Zahlen geratenen Regionalliga-Meisters Tasmania nahmen kein Ende. Nun mussten die Neuköllner zum ersten Mal die Tabellenspitze an Tennis Borussia abgeben. Auslöser war eine blamable 0:1-Niederlage beim Tabellenachten TuS Wannsee. Rechtsaußen Roland hatte den Außenseiter in der 19. Minute in Führung gebracht. Diesem Tor rannte der Meister bis zum Schlusspfiff verzweifelt hinterher. Tasmanias Abwehrspieler schalteten sich immer wieder in den Sturmlauf ein und der Favorit erzwang 18:2 Ecken!

Aber Wannsees Abwehr mit Torwart Tzscheetzsch und dem kompakten Stopper Schultz hielt bis zuletzt stand. Den völlig unerwarteten Sieg erkämpften: Tzscheetzsch – Ivan, Schultz, Jürgens, Fischer, Höhne, Beier, Küsel, Roland, Ehmke, Leske.  Trainer war damals der ehemalige Viktoria-Spieler Helmut Jonas. Obwohl seine Mannschaft zu Hause weit bessere Leistungen bot als auswärts, zahlten sich die Erfolge nicht aus. Im Schnitt kamen nur 185 Zuschauer ins abgelegene Stadion. Vorsitzender Hans Karl Schultz machte sich Hoffnungen, zu Hertha Zehlendorf an den Siebenendenweg umziehen zu können.

Aber die Verhandlungen stockten, weil sich die Zehlendorfer mal wieder auf Weltreise begeben hatten. Stolz meldeten sie einen 1:0-Sieg über die Nationalmannschaft Neuseelands. Durch Tasmanias Niederlage blühte der Weizen im Mommsenstadion. Tennis Borussia überrannte einen schwachen Spandauer SV mit 5:0. Die Tore schossen Schwidrowski (2), Weiner, Zwetkow und Sprenger.

Nach dem allseits bedauerten Abgang von Günther Brocker hatte der ehemalige Schauspieler Fritz Schollmeyer das Training übernommen. Er fand den richtigen Ton, denn mit der Übernahme der Tabellenspitze konnten sich die Borussen Hoffnungen auf einen der ersten beiden Plätze machen. Noch immer gab es vier Kandidaten an der Spitze:  1.Tennis Borussia 28:6 Punkte, 2. Tasmania 27:7, 3. Blau-Weiß 25:9, 4. Wacker 23:9.   Die Hoffnungen der Regionalliga, dass sich West-Berlins Fußballfreunde nach dem starken Abbröckeln der Hertha-Zuschauerzahlen mehr der Berliner Liga zuwenden würden, erfüllten sich nicht. Nur Tennis Borussia, Tasmania, Blau-Weiß und der SSV konnten noch respektable Zahlen vorweisen.

Der Rest des Zwölfer-Feldes klagte über zu geringe Einnahmen. Nach der Hälfte der Saison 1971/72 wurden bei den Heimspielen folgende Durchschnittszahlen gemeldet: Tennis Borussia 1697, Tasmania 1589, Blau-Weiß 1209,  Spandauer SV 1104, Wacker 818, Hertha Zehlendorf 772, Rapide Wedding 675, 1. FC Neukölln 650, Berliner SV 502, Meteor 500, Alemannia 326, Wannsee 185. Günter Weise

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(Ausgabe Nr. 2)

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Aktualisiert (Donnerstag, 12. Januar 2012 um 09:09 Uhr)

 
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