Fredy Schwarzes großer Tag
Nach dem letzten Spieltag vor der Weihnachtspause hatte sich an der Spitze der Regionalliga das Feld der Titelkandidaten eng zusammengeschoben. Schon jetzt war an einen Husarenritt Tasmanias wie in der Saison 70/71 nicht mehr zu denken. Der Meister schwächelte. Weil vereinbarte Zahlungen ausgeblieben waren, rumorte es unter den Spielern. Die Lage beruhigte sich erst, als der Vorstand Geld locker machte und sogar ein kleines Weihnachtsgeld auszahlen ließ. Doch die Leistungen ließen spürbar nach und als im Neuköllner Stadion gegen Wacker 04 zum ersten Mal ein Heimspiel 1:3 verloren ging, rückten die Verfolger dicht heran.
Vor knapp 2.000 Zuschauern ging Wacker in Führung. Zwar gelang Walleitner noch vor der Pause das 1:1, aber in der zweiten Hälfte marschierten die Reinickendorfer verblüffend souverän zum Sieg. Dabei hatte Fredy Schwarze den bisher größten Tag in seiner noch jungen Karriere. Er schoss alle drei Tore! Er profitierte vor allem von klugen Pässen Horst Lunenburgs. Wacker-Trainer Klaus Basikow wurde wegen der Taktik seiner Mannschaft gelobt. Beide Torhüter, Grunenberg und Scholich, boten glänzende Leistungen. Wackers Sieg wurde ohne den Angriffsregisseur Bernd Sobek errungen, der wegen einer Leistenzerrung fehlte.
Beim Sieger spielten: Scholich, Hemfler, Fetkenheuer, Sydow, Pannewitz, Mielke, Altendorff, Heinrich (später Hägler), Lunenburg, Schwarze, Lindner.
In immer bessere Form spielte sich Tennis Borussia. Trainer Fritz Wilde lobte vor allem Linksaußen Sprenger, der von der Abwehr Rapide Weddings in keiner Phase zu halten war. Die ersatzgeschwächten Weddinger wurden nach der Pause immer wieder überrollt und verloren 0:6! Sprenger schoss vier Tore, den Rest besorgten Martini und Zwetkow.
Ein kurioses Resultat wurde aus dem Friedrich-Ebert-Stadion gemeldet. Maßlos erschrocken waren die Anhänger von Blau-Weiß 90, weil der Tabellendritte gegen den Tabellenletzten Meteor 06 zur Pause 0:2 zurücklag. Doch dann drehten die Blau-Weißen mächtig auf und schossen Tore wie am Laufband. Am Ende hieß es 7:3! Der junge Bien schoss vier, Mittelstürmer John drei Tore. John führte die Torschützenliste der Regionalliga mit bereits 22 Treffern an. Auf den nächsten Plätzen: Sprenger (Tennis Borussia) 13 Tore, Nerlinger (Tasmania 1900) und Stolzenburg (FC Hertha 03) je 12 Tore.
Nur noch vier Mannschaften konnten sich Hoffnungen auf die Meisterschaft machen. Der vom Spandauer SV angeführte Rest lag schon zu weit zurück. Das Quartett an der Spitze: 1. Tasmania 29:5 Punkte, 2. Tennis Borussia 28:6, 3. Blau-Weiß 90 26:8, 4. Wacker 04 25:9. Günter Weise
Diesen und viele weitere Artikel finden Sie in der
Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 51/52)
Aktualisiert (Mittwoch, 21. Dezember 2011 um 12:26 Uhr)
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