Start Serie Vor 40 Jahren Union in großer Bedrängnis

Union in großer Bedrängnis

Es rumorte im Fußball der DDR. Viele Anhänger waren unzufrieden, weil Verbands-Entscheidungen zu Gunsten der Auswahlspiele die Oberligaspiele immer wieder unterbrachen. So fanden im Oktober 1971 für vier Wochen keine Meisterschaftsspiele statt. Der DFV-Verband wollte seinen Auswahlmannschaften auf internationalem Gebiet volle Konzentration ermöglichen.

Im Fachblatt „FuWo“ erschien im Dezember folgende Mitteilung:

„Das Büro des Präsidiums des Deutschen Fußball-Verbandes der DDR hat sich erneut mit der Leistungssteigerung im Fußball und besonders mit der Spielplangestaltung der Oberliga beschäftigt. Ausgangspunkt war das Bemühen, die Kritik der sportbegeisterten Bevölkerung der DDR an den bisher eingetretenen Unterbrechungen zu berücksichtigen.“

Durch die rigorosen Unterbrechungen hatte die Oberliga bis Dezember erst zehn Runden absolviert. Da man die Herbstserie dennoch im alten Jahr abschließen wollte, blieb keine andere Wahl, als auf die übliche Winterpause zu verzichten. Sogar über Weihnachten und Neujahr wurde durchgespielt und für den Monat Januar wurden vier Runden angesetzt.

Nach elf Spieltagen hatte sich Carl Zeiss Jena an die Spitze gesetzt. Die Mannschaft wurde von Hans Meyer trainiert. Er war zunächst Assistent Georg Buschners und wurde nach dessen Berufung zum Trainer der Nationalmannschaft neuer Chef in Jena – mit 29 Jahren! Jenas hartnäckigste Verfolger waren zunächst der 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden, der Titelverteidiger. Von den beiden verbliebenen Berliner Klubs (nach der Versetzung des FC Vorwärts nach Frankfurt/Oder) lag BFC Dynamo als Tabellensechster besser im Rennen als der 1. FC Union.

Die Männer aus der Wuhlheide litten unter Torarmut: In den elf Spielen hatten sie nur sechs Tore geschossen. Deshalb galt Dynamo vor dem direkten Duell als Favorit, ging auch durch Becker zehn Minuten vor der Pause mit 1:0 in Führung und verteidigte diese bis kurz vor Schluss. Dann sprang Dynamos Harald Schütze der Ball an die Hand. Schiedsrichter Männig entschied sofort auf Elfmeter, den Union-Routinier Meinhard Uentz zum 1:1 verwandelte.

Doch der Punktgewinn brachte Union noch nicht aus der Gefahrenzone. Mit 7:12 Toren und 9:15 Punkten hingen die „Eisernen“ unter den 14 Mannschaften auf dem 11. Platz. Hinter ihnen lagen nur Riesa (8:16), Chemnitz (7:17) und Stralsund (7:17). In dem Berliner Duell spielten damals:

Dynamo: Lihsa, Carow, Stumpf, Hübner, Kranz, Terletzki, Becker, P. Rohde, Schulenberg, Schütze, Labes.

Union: Weiß, Wruck, Pera, Papies, Vogel, Lauck, Uentz, Wer-der, Juhrsch (Sammel), Sigusch, Gärtner (Klausch).

Günter Weise

Diesen und viele weitere Artikel finden Sie in der
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(Ausgabe Nr. 50)

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Aktualisiert (Mittwoch, 14. Dezember 2011 um 11:49 Uhr)

 
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