Start Serie Vor 40 Jahren Hertha trotzt den Bayern

Hertha trotzt den Bayern

Im ersten Spiel der Saison 71/72 in Stuttgart gleich mit 3:0 besiegt worden zu sein, das passte Hertha natürlich nicht in den Kram. In der Saison zuvor hatten die Berliner hinter Mönchengladbach und Bayern München den dritten Platz belegt. Nun wollte man möglichst noch höher hinaus und die Chance zur Wiedergutmachung kam schon am zweiten Spieltag.

Zwar hatten die ersten Aufdeckungen um Bestechungsversuche überall im Land Unbehagen ausgelöst, aber die Zuschauer strömten zunächst noch in die Stadien, weil zu diesem Zeitpunkt nur wenige Einzelheiten bekannt waren. In Berlin waren die Bayern angekündigt und mit 75.000 Zuschauern war das Olympiastadion fast ausverkauft. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Das Spiel entwickelte sich auf hohem Niveau und die Stimmung stieg, als Arno Steffenhagen, damals mit 22 Jahren einer der hoffnungsvollsten deutschen Linksaußen, Hertha 1:0 in Führung brachte.

Doch die Bayern bissen zurück. Uli Hoeneß schoss kurz nach der Pause das 1:1. Dann folgte ein gewaltiges Stöhnen im Rund, als Lorenz Horr einen Elfmeter verschoss. Doch der Ungar Zoltan Varga hatte seinen großen Moment. Sein strammer 25 m-Knaller überraschte Sepp Maier – 2:1! Die Bayern kämpften verbissen und eine Viertelstunde vor Schluss war alles wieder offen. Paul Breitner hatte mit perfektem Steilpass Gerd Müller in Szene gesetzt und dessen Schuss war zu platziert für Herthas Torwart Volkmar Gross. Es blieb beim gerechten 2:2.

Bayerns Trainer Udo Lattek war mit dem Resultat nicht unzu-frieden, maulte aber über die Leistung des Schiedsrichters: „Der Elfmeter für Berlin war doch ein Witz. Leider hat sich Herr Schulenburg dem guten Niveau des Spiels nicht anpassen können.“ Hertha-Trainer Helmut Kronsbein lobte seine Mannschaft, die ohne die gesperrten Patzke und Wild antreten musste. Vor allem den beiden Torschützen Steffenhagen und Varga wurden hervorragede Leistungen bescheinigt.

Meister Borussia Mönchengladbach war nach einer unerwarteten 0:1-Niederlage zum Auftakt in Kaiserslautern wieder auf dem Weg nach oben. Gegen Arminia Bielefeld gelang ein glatter 5:1-Sieg. Ganz vorn in der Tabelle aber stand Schalke 04 nach zwei Siegen. Das 2:0 über MSV Duisburg fiel allerdings schwerer, als es das Ergebnis erkennen lässt. Entscheidende Impulse kamen vom überragenden Rechtsaußen Reinhard Libuda und vom reaktionsschnellen Torwart Norbert Nigbur. Mit 4:0 Punkten hielt Außenseiter VfL Bochum gut mit, während Bielefeld und Hannover 96 den schwächsten Start hatten und mit 0:4 Punkten am Ende der Tabelle hingen. Günter Weise

 

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Aktualisiert (Donnerstag, 01. September 2011 um 09:45 Uhr)

 
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