Pleite im Aufstiegsrennen
Mit dem Start zur Bundesliga 1963 hatte man der Westberliner Regionalliga das Recht zugestanden, mit ihrem Meister alljähr-lich an der Aufstiegsrunde teilzunehmen. Als die Zahl der Kandidaten aus den fünf Regionalligen auf zehn aufgestockt wurde, durfte auch Berlins Tabellenzweiter anrücken. Die Erfolge hielten sich in Grenzen und selbst Hertha BSC brauchte drei Anläufe, um das Ziel endlich 1968 zu erreichen. Tennis Borussia scheiterte viermal, Tasmania zweimal.
Am besten hielt sich die Zehlendorfer Hertha, die 1969 und 1970 in die Nähe der Aufsteiger rücken konnte. 1971 traten Tasmania und erstmals Wacker 04 an. Sie mussten nach einer langen Meisterschaft mit 33 Spielen eine Hetzjagd mit acht Spielen in vier Wochen absolvieren. Bei Tasmania hatte man Geldgeber gefunden, die 300.000 Mark für die Vorbereitung zur Verfügung stellten. Die Neuköllner wollten im Olympiastadion spielen, während sich Wacker mit dem Poststadion begnügte.
Tasmania hatte die Berliner Saison mit einer ungewöhnlichen Siegeskette und nur einer einzigen Niederlage beendet. Doch schon im ersten Spiel gegen den Nord-Vertreter VfL Osnabrück plagte sich die Mannschaft mit hohem Durchschnittsalter von 28 Jahren. Vor 22.000 Zuschauern gelang ein mühevoller 2:1-Sieg, wobei „Wanze“ Groß, zuvor viele Jahre bei Hertha BSC unter Vertrag, das entscheidende Tor in der 89. Minute gelang.
Wacker hatte sich in Hamburg gegen St. Pauli Chancen ausgerechnet, wurde jedoch mit 0:3 auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nach einer 1:2-Niederlage in Karlsruhe feierte Tasmania mit 3:0 über FK Pirmasens den zweiten Sieg und steuerte mit 4:2 Punkten auf gutem Kurs. Doch dann reichten die Kräfte nicht mehr. Zwei Auswärts-Niederlagen beim West-Favoriten VfL Bochum (2:4) und in Osnabrück (0:1) warfen die Neuköllner zurück.
Auch Wacker 04 konnte nicht mehr mithalten. Ein schöner 3:2- Erfolg über den Süd-Favoriten 1. FC Nürnberg nutzte wenig, denn es blieb der einzige Sieg. Am Ende reichte es für beide Klubs nur zum letzten Gruppenplatz. Auflösungserscheinungen blieben nicht aus. Regionalliga-Schützenkönig Manfred Kipp schien mit seinen Gedanken schon bei seinem neuen Arbeitgeber Eintracht Braunschweig. Günter Weise
Diesen und viele weitere Artikel finden Sie in der
Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 28)
Aktualisiert (Mittwoch, 13. Juli 2011 um 11:12 Uhr)
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