„Solche Spiele sind von besonderer Bedeutung“
A-Jugend-, Co-, Chef-Trainer – Mirko Slomka (44) hat sich in Hannover kontinuierlich nach oben gearbeitet. Doch seine Schritte auf der 96-Leiter wurden jeweils unterbrochen: Zweimal zog es den Niedersachsen in die Fremde (1999 bis 2000 Jugend-Koordinator, anschließend Cheftrainer bei Tennis Borussia, 2004 bis 2006 Co-, dann Chefcoach bei Schalke 04). Nach der Auflösung seines Vertrages in Gelsenkirchen (August 2008) war der studierte Mathe-Lehrer anderthalb Jahre ohne Job. Bevor Slomka am Sonnabend (15.30 Uhr, Olympiastadion) mit seinen „Roten“ bei Hertha BSC antritt, nahm er sich Zeit, um mit der FuWo über alte Zeiten und neue Ziele zu plaudern.
FuWo: Hallo Herr Slomka, wie geht es Ihnen?
Mirko Slomka: „Endlich mal wieder die Fußball-Woche am Apparat, das ist ja Weltklasse!“
Kriegen Sie die FuWo noch oft zu Gesicht?
Slomka:„Ab und zu. Mein Teambetreuer, Thomas Westphal, ist ein alter Berliner. Der hat die FuWo im Abo, glaube ich.“
Arbeitet es sich in Hannover leichter als in Berlin?
Slomka: „Ich denke schon, dass das mediale Aufkommen in Berlin höher ist. Wobei wir hier momantan ja auch überregional vertreten sind.“
Markus Babbel hat gesagt, zwei Jahre Berlin seien wie sechs woanders.
Slomka: „Die Frage ist, wie man damit umgeht, wie man das organisiert, dass man Phasen des Abschaltens für sich selbst findet. Das muss jeder für sich entscheiden.“
Verfolgen Sie noch den Weg von Tennis Borussia?
Slomka: „Ich habe immer mal wieder etwas mitbekommen, durch Franky Lange (jetzt Betreuer bei Viktoria 89, die Red.), der damals unser Zeugwart war. Mit dem hatte ich eine Zeit lang Kontakt. Mittlerweile bin ich nicht mehr darüber informiert, was bei TeBe passiert.“
TeBe spielt in der 6. Liga. Zu Ihrer Zeit wollte man hoch hinaus – in etwa dahin, wo Sie Hannover seit 2010 hingeführt haben.
Slomka: „Was nicht leicht war, weil unser Etat nicht groß ist. Aber wir haben eine sehr willige, läuferisch und kämpferisch starke Mannschaft. Und wir haben uns Elemente erarbeitet, die zu der Mannschaft passen: geordnetes Defensiv-Verhalten, gepaart mit schnellem Umschalten. Das hat uns in der letzten Saison Erfolg gebracht und erfährt jetzt Bestätigung.“
Trotzdem scheint Ihr Verhältnis zu Klub-Boss Martin Kind und Manager Jörg Schmadtke nicht frei von Spannungen zu sein?
Slomka: „Man befruchtet sich auch mal mit ein paar kritischen Worten. Aber es gibt keine Störung bei uns. Wir treffen uns regelmäßig, haben genau definiert, was wir wollen. Wenn wir jetzt einen Vorgriff leisten können auf die neue Saison, ist das vielleicht ein guter Weg. Wenn nicht, werden wir mit dieser Mannschaft sehr gut weiterarbeiten können.“
Zuletzt haben Sie sich einen Schlagabtausch mit Felix Magath geliefert. Sie sollen gesagt haben, der VfL Wolfsburg würde keine Spieler nach Hannover abgeben wollen.
Slomka: „Ich habe zweimal mit ihm telefoniert, es ging jeweils um das Ausleihen von Spielern. Er hat in allen Fällen sehr deutlich gemacht, dass die Spieler nur verkauft werden. Das hat aber nichts mit 96 zu tun. Die Beziehung zwischen den Vereinen war immer gut, meine zu Magath sowieso.“
Hat Wolfsburg Angst vor Hannover?
Slomka: „Sicher nicht. Die Ergebnisse der Wolfsburger gegen uns sind ja meistens sehr positiv für den VfL.“
Vor Hertha hält sich Ihr Respekt vermutlich in Grenzen?
Slomka: „Hertha hat in der Hinrunde starke Leistungen abgerufen, wenn auch schwankend. Aber es ist eine Mannschaft, die, wie ich finde, sehr gut zusammengestellt ist: sehr gute Defensiv-Charakteristika, sehr geordnet, kämpferisch ohnehin gut eingestellt. Vorne haben sie mit Lasogga einen Spieler entwickelt, der sehr wuchtig ist und große Torgefahr ausstrahlt. Ich finde, dass sich Hertha nach dem Aufstieg absolut wieder etabliert hat. Auch wenn die Abstiegsränge nicht so weit sind. Aber das gilt auch für uns. Deshalb sind solche Spiele wie gegen Hertha von besonderer Bedeutung.“
Wie gut kennen Sie Michael Skibbe?
Slomka: „Sehr gut sogar. Wir haben zusammen die A-Lizenz gemacht und früher ständig im Jugendbereich gegeneinander gespielt. Er als Dortmund-Trainer, ich als Trainer von Hannover.“ Wer war erfolgreicher? Slomka: „Das sage ich nicht, das wäre nicht gut für Michael (lacht).“
Interview: Alex Heinen
Diesen und viele weitere Artikel finden Sie in der
Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 5)
Aktualisiert (Mittwoch, 01. Februar 2012 um 17:12 Uhr)
Back






































