Start Serie Berliner Champions SV Empor III: Der FC Bayern aus Prenzlberg

SV Empor III: Der FC Bayern aus Prenzlberg

Beim Doublegewinner SV Empor III stehen ganz viele Trainer auf dem Platz

Auch der SV Empor hat nun seinen van Gaal, „Frank van Gaal“. So der neue Spitzname von Empors Coach, den ihm seine  Spieler nach dem 4:1 im letzten Saisonspiel gegen Sparta Lichtenberg verpassten. Auch wenn der Vergleich mit dem erfolgreichen Bayern-Trainer eher augenzwinkernd gemeint ist, so führte Spielertrainer Frank Lehnert (33, A-Lizenz) seine „Dritte“, wie van Gaal die Bayern, zum „Double“ in Meisterschaft und Pokal!

Im Januar 2007 übernahm er die bereits zuvor mit Meisterschaften und Pokalsiegen dekorierte Mannschaft. Nach einem großen Umbruch wuchs ein neues Erfolgsteam zusammen, in dem die Mischung stimmt. Spieler aus dem starken Empor-Nachwuchs, wie Torschützenkönig Hannes Wüstenberg (24 Tore), der vor der Saison vom Landesliga-Aufsteiger Wartenberger SV zurückkehrte, fanden sich mit Neu-Berlinern, vor allem Studenten zusammen.

Eine Besonderheit sind wohl die vielen Trainer, die auf dem Rasen mit von der Partie sind. Mehr als ein halbes Dutzend bei Empor tätiger Nachwuchs-Coaches laufen für die Dritte auf, wenn es ihre Zeit erlaubt. „Trainertätigkeit, Job und Studium gehen bei uns vor“, sagt Trainer Lehnert.„ Bei allem Ehrgeiz steht ja der Spaß am Fußball an erster Stelle. Wir haben viele Spieler die wahrscheinlich höherklassig spielen könnten, jedoch den Aufwand für regelmäßige Trainingseinheiten und Spiele nicht mehr aufbringen können oder wollen.

Um trotzdem die Saisonziele zu erreichen, braucht man einfach einen großen Kader“, so Lehnert weiter, der selbst 20 Saisonspiele vorzuweisen hat. Letzte Saison kamen so mehr als 50 Spieler zum Einsatz, diesmal waren es 35.  Erfreulicherweise bildete sich dieses Jahr ein Kern an Stammspielern heraus. Davon profitierte der mannschaftliche Zusammenhalt aber auch die fußballerische Qualität. Insbesondere in der Defensive war die Eingespieltheit der Schlüssel zum Erfolg. Kapitän Maik Holzhüter (28 Spiele), Stefan Kehrberg (23) und Stefan Garthoff (27) hatten mit die meisten Einsätze und sorgten für Stabilität.

Ihr Fehlen  machte sich z.B. bei der einzigen Heimniederlage (2:3) gegen Schöneberg schmerzlich bemerkbar. Diese Niederlage war Teil einer kurzen Schwächeperiode nach der Winterpause, in der Empor auch gegen Stern 1900 patzte.  Anschließend gab es aber eine tolle Serie, nur noch ein Spiel, gegen BSV 92, ging verloren. Unvergesslicher Höhepunkt war sicherlich der Sieg im Pokalfinale am Himmelfahrtstag im heimischen Jahn-Sportpark. Bei toller Stimmung und mehr als 200 Zuschauern lieferte man sich mit Fortuna Biesdorf ein packendes Endspiel.

Nach nicht einmal 15 Minuten lag man scheinbar chancenlos mit 0:3 zurück. Doch das Team zeigte sich nur kurz beeindruckt und schlug zurück. Lautstark von den Fans angefeuert, drehte Empor das Spiel und gewann am Ende verdient mit 5:3.  Auch in der folgenden Saison will Empors „Dritte“ an die Erfolge dieser Spielzeit anknüpfen: „Der Kader bleibt zusammen, wir wollen unsere Titel verteidigen“, gibt Lehnert selbstbewusst als Zielstellung für die neue Saison aus, mahnt aber zugleich: „Ein Double zu schaffen, ist schon nicht einfach, aber die Wiederholung  wird eine echte Herausforderung.“ Diese Worte könnten auch aus dem Munde von Louis van Gaal stammen.
Ferdinand Schlichtmeister

Die 103 Tore für SV Empor III erzielten: Wüstenberg (24), Will (10), Raab (7), Morgado (7), Röhrig (5), Dahlmann (4), Müller (3), Malling (3), Holzhüter (3), Garthoff (3), Buckow (3), Singh (2), Vilk (2), Möller (2), Salazar (2), Adler (2), Wolter (2), Wenzel (2), Stiller (1), Schulz (1), Berth (1), Lehnert (1) sowie ein Eigentor. Hinzu kommen zwei 6:0-Wertungen gegen Lübars und Eintracht Mahlsdorf.

 
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