Herbst wünscht den Aufstieg
Viktoria 89 peilt den Durchmarsch in die Regionalliga an. Als Verstärkung für die Rückrunde konnte Timo Breitkopf vom Regionalligisten Germania Halberstadt verpflichtet werden.

Von Fabian Friedmann
Die Bilanz von Viktoria 89 zur Winterpause ist ausgeglichen. Fünf Siege, fünf Remis, fünf Niederlagen – der daraus resultierende 7. Platz ist für den Aufsteiger auf den ersten Blick aller Ehren wert, wären da nicht die großen Ambitionen der Tempelhofer, langfristig die dritte Kraft im Berliner Fußball zu werden. „Die Mannschaft musste zu anfangs viel Lehrgeld zahlen, die Ergebnisse stimmten nicht und das brachte etwas Unruhe in die Truppe“, sagt Viktorias Trainer Thomas Herbst zum durchwachsenen Saisonstart.
Auswärts gegen tief stehende Gegner tat Viktoria sich besonders schwer. Trotz drückender Überlegenheit konnte man gegen die Kellerkinder BSC Süd (1:1) und LFC Berlin (0:0) keinen Sieg landen. Das Sorgenkind war lange Zeit der Angriff, wo nach der Suspendierung von Fuß und den Verletzungen von Lekavski und Mengi viele Umstellungen nötig waren. Seitdem aber Timur Özgöz (sieben Tore in zehn Spielen) im Sturm wirbelt, geht es aufwärts für die Tempelhofer. „Timur hat eine gute Rolle gespielt, er hat gezeigt, wie man als Stürmer arbeiten muss.
Das stärkt seinen Anspruch“, erklärt Herbst die Vorzüge des ehemaligen Junioren-Nationalspielers. Dennoch will der Coach den Konkurrenzkampf weiter anheizen. Stürmer Timo Breitkopf (23) kommt von Regionalligist Germania Halberstadt zur Viktoria. „Ich kenne ihn aus meiner Zeit bei Tennis Borussia. Timo ist ein Spieler, der auch aus der zweiten Reihe treffen kann. Das fehlte uns zuletzt“, weiß Herbst. Zwei bis drei weitere Spieler sollen noch für die anderen Mannschaftsteile geholt werden, obwohl der Kader bereits jetzt über große individuelle Klasse verfügt. Innenverteidiger Robert Schröder machte etwa als fünffacher Torschütze auf sich aufmerksam, im Mittelfeld zogen der lauffreudige Keser, der erfahrene Bönig und der spielstarke Kapitän Ergirdi die Fäden.
Die Aufstiegsplätze sind nach starken Auftritten wie zuletzt beim 5:2 in Schöneiche) wieder in Reichweite. Aber: Ist die Viktoria überhaupt reif für die Regionalliga? „Ich würde es mir wünschen“, antwortet Herbst, „wenn wir gegen die unteren Mannschaften nicht so viele Federn lassen, könnte es was werden.“ Doch der vermeintliche Durchmarsch des Aufsteigers wäre mit Problemen verbunden. Für die Heimspielstätte an der Bosestraße wären sicherlich Umbaumaßnahmen erforderlich. Geschäftsführer Felix Sommer bestätigte gegenüber der FuWo, dass bereits erste Gespräche mit den zuständigen Stellen laufen: „Welche Maßnahmen zu treffen sind, steht noch nicht fest. Wir nehmen die Anforderungen aber sehr ernst und hoffen, dass es möglich sein wird, an der Bosestraße Regionalliga spielen zu können.“
Diesen und viele weitere Artikel in voller Länge finden Sie in der Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 3)
Aktualisiert (Donnerstag, 19. Januar 2012 um 13:09 Uhr)
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