Start News Landesliga Spandau 06 schwer geschockt

Spandau 06 schwer geschockt

Der erneute Selbstmordversuch von Andreas Biermann erschüttert die Spandauer. Zudem muss Trainer Kretschmar noch weitere Rückschläge verkraften.

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Von Bernd Karkossa

Die Nachricht von Andreas Biermanns erneutem Selbstmordversuch vor zehn Tagen traf den FC Spandau 06 bis ins Mark. „Sein Eingeständnis hat die Mannschaft geschockt“, teilte der Vereinschef Rüdiger Bienert mit. „Diese Nachricht hat mich wirklich von den Beinen geholt.“  Ob der frühere Profi (1. FC Union, St. Pauli) in dieser Saison noch einmal in die Mannschaft zurückkehrt, steht in den Sternen. „Und es ist auch zweitrangig“, sagt Trainer Heiko Kretschmar, „der Mensch Andreas Biermann steht nun im Vordergrund, da muss der Fußball zurückstehen.“

Kretschmars Planungen für die Rückrunde aber wurden nochmals durcheinander gewirbelt. Erst der Kreuzbandriss von Oliver Kelm, dann beim Hallenturnier der dreifache Bänderriss im Knöchel von Christian Oberreuter, nun die bestürzende Meldung um Andreas Biermann. „Das sind drei Ausfälle von erfahrenen Stützen, die eigentlich nicht zu kompensieren sind“, so Kretschmar.

Dazu der Wintereinbruch, der in den vergangenen Wochen die Vorbereitung zusätzlich erschwerte. Außer Lauftraining geht draußen derzeit nichts. Aber zum Glück gibt es in Spandau die „Kicker World“, wo öfter ein Platz angemietet wurde. Und mit Ferhat Dogru einen professionellen Fitnesstrainer, der u. a. die Zweitliga-Profis des FC St. Pauli und des FC Ingolstadt betreut. „Ferhat hat viele neue Ideen reingebracht, das hat uns weitergeholfen.“

Zwei neue Gesichter konnte Kretschmar im neuen Jahr begrüßen. Vom Liga-Konkurrenten und Nachbarn SF Kladow kam Dejan Kljajic an den Ziegelhof, von Hürriyet-Burgund Önder Senkaya. Besonders von Kljajic, der vor seinem Engagement in Kladow einige Jahre beim SV Altlüdersdorf spielte, verspricht sich der Coach eine Menge, nachdem den Spandauern in der Hinserie in vielen Situationen ein echter Knipser fehlte.

Zum Start der Saison gab es fünf Siege am Stück, darunter ein 9:0 gegen Köpenick-Oberspree, der Titel schien nur über den FC Spandau zu führen. Aber die 1:2-Niederlage am 1. Oktober 2011 beim Club Italia brachte das Team aus dem Gleichgewicht. Nach einem 2:2 gegen Tasmania folgten weitere Niederlagen gegen Biesdorf (1:3), NNW 98 (0:1), SSC Teutonia (1:2), BFC Dynamo II (1:2) und SF Johannisthal (0:2). Die Tabellenführung war längst futsch.

Aber dass gegen den SCC in der Hinrunde 1:0 gewonnen wurde, lässt Kretschmar dann doch einigermaßen zuversichtlich in die Zukunft blicken. „Da waren wir die bessere Mannschaft in einem guten Landesliga-Spiel.“ Bei den Niederlagen habe es sich sein Team unnötig selbst schwer gemacht. „Wir haben es oft versäumt, unsere guten Chancen in eine Führung umzumünzen.“ Und Verletzungen zwangen Kretschmar dazu, Woche für Woche seine Mannschaft umzubauen.

Eine Vorgabe von Seiten des Vorstands, unbedingt aufsteigen zu müssen, gibt es im Übrigen nicht. „Platz eins bis fünf“ hieß es vor der Saison – und daran hat sich nichts geändert. „Und“, weiß Kretschmer, „für einen Aufstieg brauchst du auch eine Menge Glück.“ Vielleicht kommt das ja zurück – das gilt ohne Einschränkung auch für Andreas Biermann.

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Aktualisiert (Donnerstag, 23. Februar 2012 um 12:54 Uhr)

 
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