Spätzünder mit Torinstinkt
Hendrik Gläser vom BSV Oranke II hat sein Saisonziel bereits übertroffen.
Von Kilian Daske
Marcel Flentje lag lange vorn. Der Goalgetter der SG Eichkamp-Rupenhorn hatte nach Abschluss der Hinrundenspiele seiner Mannschaft 30 Tore auf dem Konto – so viel wie kein anderer Spieler in der Kreisliga C. Doch dann kamen noch Nachholspiele. Hier erzielte Hendrik Gläser für den BSV Oranke II drei Tore und zog mit 31 Toren am gebürtigen Spandauer Flentje (21). Eins haben Flentje und Gläser gemeinsam: Beide sind Spätzünder in Bezug auf das organisierte Fußball spielen.
Erst mit 18 Jahren fingen sie im Verein an, dem Ball nachzujagen. Während Flentje seine erste Saison beim FC Spandau 06 in der 2. Mannschaft absolvierte, bevor er zu Eichkamp-Rupenhorn wechselte, blieb Gläser stets seinem BSV Oranke treu. „Obwohl ich im letzten Sommer bereits ein Angebot eines Bezirksligisten hatte“, berichtet der 23-jährige. Wichtiger als höhere Spielklassen ist es ihm aber, mit seinen Freunden zusammen Fußball zu spielen. „Unser Libero und Kapitän Robin Schukat hält die Mannschaft zusammen.
Vor allem aber ist es mein Sturmpartner, mit dem ich schon zu Schulzeiten zusammen gespielt habe.“ Bevor Hendrik Gläser beim BSV Oranke eintrat, schoss er für die Lichtenberger Gutenberg-Oberschule die Tore. Hier machte er sein Abitur, absolvierte anschließend seinen Wehrdienst, um dann eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation zu beginnen. Diese neigt sich dem Ende zu – die Abschlussprüfungen sind im November 2012.
Fußball ist die wichtigste Nebensache im Leben von Hendrik Gläser. Nebenbei zieht der Single auch gern mit seinen Freunden um die Häuser – wenn nicht gerade am nächsten Morgen ein Spiel ansteht. „Ich stecke hier zurück, weil die Spiele für mich wichtiger sind.“ So bleibt der Stürmer, der in einer WG wohnt, dann lieber allein zu Haus. Angreifer war Gläser im Laufe seiner kurzen Fußball-Laufbahn schon immer. Sein Trumpf ist seine Schnelligkeit, die er vor allem im einstudierten Konterspiel seines BSV Oranke II ausleben kann. Im Training konnte er zudem seine Kaltschnäuzigkeit entwickeln, die ihm jetzt das Tore schießen umso leichter macht.
Nach 24 Toren im Vorjahr sind es jetzt schon 31. „Dabei stand mein Ziel in dieser Saison bei 30 Toren.“ Nun steht die Torjägerkanone im Fokus, aber das wird nur mit deutlich mehr Toren als geplant klappen. Dem Rechtsfuß („Der Linke ist nur zum Stehen da“) ist es dennoch wichtiger, mit seinem Team Erfolge zu sammeln. In dieser Saison wird es schwierig, Oranke II hat als Siebter sechs Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Da sich eine eingeschworene Gemeinschaft beim BSV gebildet hat, bei der man davon ausgehen kann, dass der Kern länger zusammen bleibt, könnte die Staffelmeisterschaft alsbald drin sein. Ob Hendrik Gläser dann noch mehr als 31 Tore in einer Halbserie schießen wird, bleibt abzuwarten.
Diesen und viele weitere Artikel in voller Länge finden Sie in der
Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 5)
Aktualisiert (Donnerstag, 02. Februar 2012 um 13:37 Uhr)
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