LFC Berlin II gewinnt Endspiel-Krimi
Überraschung beim Landesliga-Hallenturnier: Die Lichterfelder setzen sich in einem begeisternden Finale gegen Makkabi durch. Toptorjäger Günay ist dennoch nicht ganz zufrieden.

Von Denis Roters
Auch wenn es auf der Zielgeraden der Finalpartie noch einmal richtig spannend wurde – am Ende waren sich sowohl Sieger als auch Besiegte einig: Der LFC Berlin II ist ein würdiger Gewinner der 41. Auflage des traditionsreichen Landesliga-Hallenturniers. Vorangegangen war ein Finale, das es wahrlich in sich hatte. Es gab allein vier – unter beiden Mannschaften gleichmäßig verteilte – Zwei-Minuten-Strafen, am Ende des Spiels standen insgesamt nur noch ganze fünf Feldspieler auf dem Parkett. Das zeigt, mit wieviel Leidenschaft um den Otto-Höhne-Wanderpokal gekämpft wurde.
Dabei schien die Partie mit einer 3:0-Führung bereits früh zugunsten der Lichterfelder entschieden zu sein, doch nach Makkabis Treffer zum 1:3 durch Böttcher nahm das Geschehen wieder deutlich an Fahrt auf und wurde zu einem Krimi, der die 170 zahlenden Zuschauer begeisterte. „Es war unser Ziel, besser als im letzten Jahr abzuschneiden. Mit einem Turniersieg zu rechnen, wäre allerdings vermessen gewesen“, meinte ein sichtlich zufriedener LFC-Trainer Detlef Rothe.
Auch der Vorsitzende der Landesliga AG, Jürgen Schuck, zog ein positives Fazit und freute sich besonders über die entgegen des allgemeinen Trends sogar leicht positive Zuschauerentwicklung: „Mit insgesamt knapp 1100 zahlenden Zuschauern sind wir absolut im grünen Bereich. Auch sportlich bin ich mit dem Turnierverlauf sehr zufrieden.“ TuS Makkabi gegen LFC II hieß nicht nur das Finale, sondern auch die Auftaktpartie in der Gruppenphase der Finalrunde. In dieser setzte sich Lichterfelde äußerst glücklich durch zwei Tore in der letzten Spielminute durch – und wohl kaum jemand hätte darauf gewettet, dass ausgerechnet diese beiden Mannschaften später verdient das Finale erreichen werden.
Die Sportfreunde Johannisthal und Fortuna Biesdorf taten sich in ihren Gruppenspielen allerdings äußerst schwer. Die Johannisthaler strahlten in keiner Partie große Gefahr aus und machten nicht den Eindruck, dem Hallenfußball große Prioritäten einzuräumen. Fortuna Biesdorf bot immerhin im Spiel gegen den späteren Turniersieger LFC einen großen Kampf und musste den Ausgleich erst unmittelbar vor Schluss hinnehmen. Am Ende mussten die Biesdorfer mit nur zwei Punkten ebenso frühzeitig die Koffer packen wie die Kollegen aus Johannisthal, die nur zu einem Punkt kamen.
In Gruppe B fielen die Entscheidungen frühzeitig und eindeutig. Sowohl BSV Al-Dersimspor als auch Eintracht Mahlsdorf II marschierten fast nach Belieben durch ihre Gruppe. Mahlsdorf sorgte zusammen mit Gegner Condordia Britz auch für die torreichste Partie des Turniers. Im Auftaktspiel der Gruppe boten beide Teams einen ansehnlichen offenen Schlagabtausch, an dessen Ende die Anhänger ganze sieben Tore bejubeln durften. Für Britz blieb es der einzige Höhepunkt. Nicht zur guten Form der Vorrunde fand der BSV 92, dem die kreativen Ideen ausgegangen zu sein schienen.
In den Halbfinals setzten sich beide Vertreter der Gruppe A souverän durch. Konnte der TuS Makkabi sein Spiel gegen Eintracht Mahlsdorf II sogar ohne Gegentor mit 3:0 gewinnen, benötigte der LFC Berlin II etwas mehr Aufwand um sich gegen Al-Dersimspor durchzusetzen. Diese Partie war auch das Aufeinandertreffen der beiden „Tormaschinen“ des Turniers. Ogur Aktürk (Al-Dersim) und Hasim Günay (LFC) konnten sich auch in diesem Spiel in die Torschützenliste eintragen. Die meisten Spieler würden sich eine Torjägerkanone in die Vitrine stellen. Nur Schützenkönig Günay, der insgesamt zehn Tore erzielte, war nicht zufrieden: „Viel lieber wäre mir der Pokal als bester Spieler gewesen.“
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