Start News Bezirksliga "Die Enttäuschung sitzt tief"

"Die Enttäuschung sitzt tief"

Sechs Übungsleiter in anderthalb Jahren - der SV Blau Weiss hat den höchsten Trainerverschleiß der Bezirksliga. Im Gespräch mit der Fußball-Woche spricht Vorstandschef Pinetzki über die jüngste Wechsel-Posse um Ex-Coach Obrad Marjanovic.

Geht er, oder geht er nicht? Die Frage, ob Trainer Obrad Marjanovic  beim SV Blau Weiss bleibt oder nicht, hielt den Traditionsklub und seine Fans in der vergangenen Woche in Atem. Die Fußball-Woche sprach mit Blau Weiss-Vorstandschef Christian Pinetzki über die Wechsel-Posse um Marjanovic und den hohen Trainerverschleiß bei den Mariendorfern.

FuWo: Herr Pinetzki, Ihr Trainer Marjanovic, erst seit zwei Spielen im Amt, übernimmt am 1. Januar den Trainerjob bei Brandenburg-Ligist TuS Sachsenhausen. Das meldet die TuS auf ihrer Homepage. Was sagen Sie dazu?

Christian Pinetzki: „Es irritiert mich schon sehr, da wir mit Herrn Marjanovic eine andere Absprache hatten und nach dem letzten Spiel auch anders auseinandergegangen sind.“

Wie haben Sie denn von dem Wechsel erfahren?

Pinetzki: „Am Montag durch einen Hinweis auf das Diskussionsforum im Nordost-Fussball.“

Und wann haben Sie mit Herrn Marjanovic darüber gesprochen ?

Pinetzki: „Am Donnerstagmittag, als der Druck von allen Seiten wohl auch für Herrn Marjanovic zu stark wurde, hat er mich dann telefonisch über sein Engagement bei Sachsenhausen informiert.“

Sie waren bis dahin davon ausgegangen, dass er bei Blau Weiss bleibt?

Pinetzki: „Am Montag noch hatte er mir dies telefonisch bestätigt, bevor er aus privaten Gründen in seine Heimat musste.“

Herr Marjanovic sagte uns, dass es sowohl für Blau Weiss als auch für ihn beim Antritt klar war, dass er es erstmal für zwei Spiele mache, danach sehe man weiter. Haben Sie das Gespräch anders in Erinnerung?

Pinetzki: „In jedem Fall. Wir hatten definitiv nicht nur über zwei Spiele gesprochen. Es sollte nur der Vertrag in der Winterpause gefertigt werden. Leider hatte Herr Marjanovic uns in diesem Gespräch nicht mitgeteilt, dass er bereits mit einem anderen Verein verhandelt hat.“

Sein Start war erfolgsversprechend: zwei Spiele, zwei Siege. Wie tief sitzt jetzt die Enttäuschung, dass er geht?

Pinetzki: „Die Enttäuschung sitzt sehr tief, weil es vor allem im Hinblick auf seinen letzten Abgang bei uns keine Wiederholung geben sollte.“

Und wieder ist Stühlerücken bei Blau Weiss angesagt. Für Außenstehende könnte der Eindruck entstehen, dass bei Blau Weiss der größte Schleudersitz der Liga steht. Schließlich verschliss der Verein in der vergangenen anderthalb Jahren gleich sechs (!) Trainer.

Pinetzki: „Das muss man differenziert sehen. Islam Shaheen ist nach dem Rückzug aus privaten Gründen von Tino Przibilla kurzfristig eingesprungen und hat wiederum den Weg nach Hannover gesucht, was den Spielertrainer Rani Al-Kassem zur Folge hatte. Gerade Rani und Martin Schulz als sein Co muss man großes Lob zollen, dass sie diesen Job übernommen haben. Weil diese Zeit wirklich ziemlich hart war. Warum es dann jetzt mit Michael Polomka nicht geklappt hat, stand ja bereits geschrieben. Also kann man sagen, dass das Stühlerücken nicht vom Verein ausgegangen ist, sondern von den jeweiligen Personen. Natürlich will man als Trainer immer gewinnen. Passiert das nicht, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder man ist Manns genug und zieht das durch oder man gibt auf. Erfolgsdruck vom Verein wurde jedenfalls bei keinem der Trainer ausgeübt.“

Welches Anforderungsprofil sollte der neue Trainer mitbringen?

Pinetzki: „Eigentlich sind wir da im Vorstand recht unkompliziert. Der Trainer muss 100% Arbeit abliefern und dies auch auf die Mannschaft projizieren. Gerecht und ehrlich dem Verein und der Mannschaft gegenüber wäre sehr wichtig. Selbstdarsteller haben keine Chance.“

Blau Weiss ist Elfter, wollte aber eigentlich oben dabei sein. Warum lief die Hinrunde eher schlecht als recht?

Pinetzki: „Wenn wir darauf eine Antwort hätten, hätten wir das schon mit dem einen oder anderen  Trainer besprechen und dann auch ändern können! So können wir uns das zurzeit nicht wirklich erklären. Aber die letzten beiden Spiele haben schon gezeigt, dass die Mannschaft kann – wenn man sie lässt.“

Interview: Lajos Metzel

Diesen und viele weitere Artikel in voller Länge finden Sie in der

Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 51)

 

Banner

Aktualisiert (Mittwoch, 21. Dezember 2011 um 12:42 Uhr)

 
Back
Fußballer der Saison 2011/12
Banner
Stadioncheck
Banner
Drumbo Cup 2012
artsexylightbox
Drumbo Cup 2012
Banner
Berliner Champions
Banner