Distanzschüsse auf die BVG
Auch in der Bezirksliga gilt: Siegen ist die beste Medizin - und lockert gelegentlich die Zunge. Sprachlosigkeit herrscht dagegen in Heiligensee, während ein Toptorjäger den öffentlichen Nahverkehr unsicher macht.

Von Lajos Metzel
Was ein ganz normaler Spieltag so alles bewirken kann: Ein Primus beschleunigt die Heilung seines Coaches, während eine andere Mannschaft ihren Trainer zu forschen Aussagen treibt. Sprachlosigkeit verursacht dagegen ein Schlusslicht.
Wie die Genesung von Jürgen Rohde, derzeit verhinderter Trainer des SV Blau-Gelb, nach seiner Hüftoperation voranschreitet, ist nicht überliefert. Aber sie könnte am vergangenen Wochenende beschleunigt worden sein. „Der Sieg ist sicher gut für den Heilungsprozess“, meinte Rohde-Vertreter und Co-Trainer Marino Ballmer nach dem 2:1 gegen Tiergarten. Mit diesem Erfolg schlug der Spitzenreiter der 1. Abteilung gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Erstens bremste er den heranpreschenden Verfolger Tiergarten aus; zweitens vergrößerte er den Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz; und drittens feierte er eine gelungene Generalprobe für das Gipfeltreffen am Sonntag in Friedenau, das im 13. Saisonspiel seine erste Niederlage hinnehmen musste. „Ein richtiger Kracher um die Herbstmeisterschaft, da freuen wir uns drauf“, so Ballmer.
Noch nicht thematisiert wird diese bei Westend 01, dem souveränen Tabellenführer der 2. Abteilung. Das berichtet Trainer Christian Prestin, der auch vom Aufstieg nach wie vor nichts hören will: „Die Saison ist noch lang. Unser Ziel ist unverändert, als Aufsteiger einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen.“ Das schließt ja auch Platz eins ein, oder? „Wir schauen nur von Spiel zu Spiel, damit sind wir bisher gut gefahren – und erfreuen uns daran, was wir bisher gebracht haben“, so Prestin. Forschere Töne kommen vom Zweiten Viktoria 89 II nach dem 5:4 (nach 1:4-Rückstand!) im Verfolgertreffen mit Internationale. „Das war ein deutliches Zeichen an die Gegner: Wir sind da! Und wollen nach oben“, so Coach Lutz Griebsch.
Die Herbstmeisterschaft fast sicher hat der Spandauer SV in der 3. Abteilung – nur noch theoretische Chancen hat der Mariendorfer SV. Das wird den MSV nicht kratzen, denn dass man mit sechs Siegen am Stück auf Platz zwei steht, ist Coach Thorsten Cornils fast unheimlich – wie auch der Lauf von MSV-Torjäger Dennis Sarnewski: letzte Woche drei Tore gegen Preussen II, nun vier gegen Wannsee. „Der trifft selbst einen BVG-Bus aus 100 Metern“, so Betreuer Detlef Kozik.
Nicht nach kessen Sprüchen zumute ist Arminia Heiligensee nach der 1:5-Pleite bei Kellerrivale KSC II. Im Gegenteil: „Uns fehlen die Worte“, so Arminia-Sprecher Olaf Schönfeldt. Ein Sieg wäre die beste Medizin für das Schlusslicht.
Topspiel
►Kucak rettet schwachen SSV: Spandauer SV - Hilalspor 1:0
Spielberichte
►1. Abteilung: Endstation Hohen Neuendorf
►2. Abteilung: Madsack macht´s wie Ronaldo
►3. Abteilung: Sarnewski allererste Sahne
Alles zur Bezirksliga finden Sie in der
Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 48)
Aktualisiert (Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 12:34 Uhr)
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