Hertha 03 wacht zu spät auf
Die schwarze Serie der Zehlendorfer gegen den SV Empor hält an: Im achten Aufeinandertreffen gab es bereits die sechste Niederlage. Nach dem 2:3 spart Hertha-Coach Efe nicht an Kritik.

Von Felix Ney
Wie schon in der Hinrunde unterlag die „kleine Hertha“ gegen Empor mit 2:3. Ein schwacher Auftritt brachte die Zehlendorfer bereits zur Pause mit 0:3 klar ins Hintertreffen. Das lag an Empors starker Leistung in der ersten Hälfte. Mit Pressing setzten die Hausherren den Gästen zu, die nicht ins Spiel fanden. Dann zwirbelte Jechow einen Freistoß zu Empors 1:0 über die Mauer.
Die Gastgeber blieben bissig und zwangen Hertha 03 zu Fehlern. Zwei derbe Abwehrschnitzer (Schedlinski und Sanyang, Penava) gingen dem 2:0 und 3:0 voraus, Rajemann schlug eiskalt zu. Auf der Gegenseite sorgte nur Sentürk für Torgefahr, Empor-Rückhalt Momade (34., 45.+1) parierte jeweils stark.
Hertha-03-Coach Efe versuchte zur Pause, per Doppelwechsel dem Spiel eine Wendung zu geben. Spielerisch machte sich das bezahlt, fortan bauten die Gäste Druck auf. Vom Elfmeterpunkt aus eröffnete Sentürk zum 1:3 eine spannende letzte halbe Stunde. Empors Zugriff im Mittelfeld ließ nach, die wenig entlastete Abwehr wackelte mehrfach. Niroumand vergab mit einem Kopfball an den Pfosten den 2:3-Anschluss (76.), den Sentürk erst per Elfmeter schaffte. Eine Riesenchance zum 3:3 bot sich den Gästen noch, aber Momade wehrte Wedemanns Volleyschuss glänzend ab (89.).
Efe kritisiert die zweite Reihe
Die schwarze Serie von Hertha 03 gegen Empor hält an. Im achten Berlin-Liga-Aufeinandertreffen mit den Mannen aus Prenzlauer Berg blieben die diesmal favorisierten Zehlendorfer erneut sieglos. Empor baute damit seine Erfolgsbilanz auf sechs Siege und zwei Remis aus.
Hochzufrieden war Empor-Trainer Martin Krüger. „Das war ein mehr als verdienter Sieg für uns und bis zur Halbzeit ein richtig gutes Spiel. Nachher haben wir nicht mehr Fußball gespielt. Kommt das 2:3 früher, wird es verdammt eng“, sagte er. Kurios indes: Empor verursachte in allen drei Rückrundenspielen bereits vier Strafstöße – diesmal allerdings ohne Auswirkungen auf die Punktausbeute.
Zehlendorfs Trainer Cem Efe bemängelte die Gesamtleistung seiner Mannschaft. „Natürlich ist unser Anspruch ein anderer. Bei dem Auftreten war das aber auch eine absolut verdiente Niederlage.“ Die Ursachen lagen für Efe in Kleinigkeiten: „Wir haben einfache Fehler gemacht, da war keine Handlungsschnelligkeit vorhanden", bemängelte er und wunderte sich: „Die Spielphilosophie kann doch nicht einfach verschwunden sein.“ Das Fehlen von Polster und Kilicaslan gab für Efe nicht den Ausschlag: „Wir haben eine gute zweite Reihe, aber die muss dann da sein, wenn sie gebraucht wird.“
Das Spielschema
SV Empor – FC Hertha 03 3:2 (3:0)
EMPOR: Momade – Jechow, T. Breitfeld, Stephan, Kairies – Chouaya, Kling, Damis (90.+2 Gräber), Gaschekowski – Brand (83. Ademi), Rajemann (63. J. Dietrich).
HERTHA 03: Korkut – C. Yilmaz (46. Caliskan), Schedlinski, Sanyang, Groth (75. Alimanovic) – Niroumand, Penava – Temel (46. Wedemann), Simsek, Sentürk – Makangu.
SR: Hornig (Friedrichshagener SV) – Z.: 60 (bei freiem Eintritt).
TORE: 1:0 (20.) Jechow, 20-Meter-Freistoß, 2:0 (28.) Rajemann, köpft Abpraller aus Nahdistanz ein, 3:0 (35.) Rajemann, nachdem Brand den Ball erobert und querlegt, 3:1 (56.) Sentürk, Foulelfmeter (Momade an Caliskan), 3:2 (85.) Sentürk, Foulelfmeter (Stephan an Makangu).
GELBE KARTEN: Momade, Stephan, Gräber – Penava, Sentürk, Niroumand.
BESTE SPIELER: Momade, Jechow, T. Breitfeld, Brand – Sentürk.
BESONDERES: Caliskan sieht wegen Unsportlichkeit nach Spielende Gelb.
Diesen und viele weitere Artikel in voller Länge finden Sie in der Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 8)
Die Ergebnisse des Spieltags
Aktualisiert (Donnerstag, 23. Februar 2012 um 13:02 Uhr)
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