Die Torfabrik bleibt Topfavorit
Ein skeptischer Neuling, zitternde Traditionsvereine, Herkules-Aufgabe für das Schlusslicht – am Wochenende startet die Berlin-Liga in die Rückrunde.

Von Bernd Karkossa
Erinnern Sie sich noch an den Winter vor einem Jahr? Mit Nachholspielen startete man ins neue Jahr, nachdem Schneemassen im Dezember 2010 mehrere Generalabsagen provoziert und den Terminplan kräftig durcheinandergewirbelt hatten. Diese Schwierigkeiten gab es in diesem Winter bislang nicht, alles lief planmäßig über die Bühne.
Und es sieht derzeit nicht danach aus, als sollte ein plötzlicher brachialer Wintereinbruch den Start in die Rückrunde am kommenden Wochenende gefährden. Das käme den Ansetzern auch ziemlich ungelegen. 19 Spieltage wollen durchgezogen werden, bis am 10. Juni die Entscheidungen über die Meisterschaft, den Auf- und Abstieg gefallen sein sollen.
Nach derzeitigem Stand können sich in diesem Jahr zwei Vereine Hoffnungen auf den Oberliga-Aufstieg machen, vier müssen definitiv runter in die Landesliga. Wer macht das Rennen, oben wie unten? Die VSG Altglienicke geht mit vier Punkten Vorsprung auf Eintracht Mahlsdorf und 1. FC Wilmersdorf in die Rückrunde, fünf sind es auf Hertha 03 und Lichtenberg 47.
In manchen Phasen der Hinrunde sah es für Altglienicke fast schon nach einem ähnlichen Durchmarsch aus, wie ihn im Vorjahr Viktoria 89 hingelegt hatte, aber man leistete sich dann doch manchen nicht erwarteten Punktverlust. Dennoch ist die VSG auch dank der geballten Offensivpower (63 Tore) der Topfavorit. Neu sind Beck (BFC Dynamo), Jelmazi (Rudow) und Czekalla (Berliner SC), weg sind u.a. Strana und Ansorge.
In einem Test wurde in der vergangenen Woche der BFC Dynamo mit 4:2 besiegt. Der Spitzenreiter hat noch eine Woche länger Zeit, am kommenden Wochenende ist man spielfrei. In Wilmersdorf (zu Gast beim SC Gatow) glaubt man nicht daran, sich ganz oben halten zu können, ohnehin sieht man die Oberliga als eine Nummer zu groß an. Überhaupt ist die Frage spannend, wer am Ende im Falle des Falles das Aufstiegsrecht wahrnimmt. Bei einer kürzlich durchgeführten FuWo-Befragung signalisierte man nur in Zehlendorf den unbedingten Willen dazu, Lichtenberg 47 äußerte sich vorsichtig positiv dazu, bei den anderen Top-Vereinen will man weitere Entwicklungen abwarten.
Lichtenberg startet mit Neuzugang Wagener (vom Adlershofer BC) am Sonntag gegen Rudow, Mahlsdorf holte sich Selbstvertrauen für die Rückrunde mit dem Sieg beim Hallenturnier des BFC Dynamo und startet gegen die Reinickendorfer Füchse, die in der Winterpause nachgerüstet haben und unter anderem Firat Karaduman und Richard Steiner von Dynamo in den Fuchsbau geholt haben. Das Schicksal prominenter Vorgänger, nach dem Oberliga-Abstieg in die Landesliga durchgereicht zu werden, wollen sie am Freiheitsweg unbedingt vermeiden. Auch die Preussen, die am Sonntag Stern 1900 zu Gast haben, versuchen mit neuem Trainer Miroslav Jagatic das Unternehmen Klassenerhalt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.
Akar vor Herkulesaufgabe
Bei Schlusslicht Trabzonspor, wo Jagatic im Oktober hingeworfen hatte, steht Ahmet Akar vor einer wahren Herkules-Aufgabe. Trabzonspor trifft auf den VfB Hermsdorf, der ebenfalls jeden Punkt brauchen kann. Erdal Güncü, Trainer von Hürriyet-Burgund, hofft auf die schon traditionelle Steigerung seines Teams im zweiten Teil der Saison. Die wird der Aufsteiger auch brauchen, am besten schon am Sonnabend beim SV Empor. Ebenfalls am Sonnabend empfängt der ABC ohne den zu Lichtenberg 47 abgewanderten Wagener, dafür aber mit Ansorge (von Altglienicke), Hertha 03 Zehlendorf. Tennis Borussia verlor am vergangenen Mittwoch mit Neuzugang Gino Krumnow (vom SC Staaken) ein Testspiel gegen den Landesliga-Spitzenreiter TuS Makkabi mit 1:4, am Sonnabend kommt der Frohnauer SC. Der BSC empfängt derweil den SC Staaken.
Diesen und viele weitere Artikel in voller Länge finden Sie in der
Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 3)
Aktualisiert (Donnerstag, 19. Januar 2012 um 13:15 Uhr)
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