Start News Berlin-Liga Die Kassierer-Augen leuchten

Die Kassierer-Augen leuchten

Die abwechslungsreiche Hinrunde in der Berlin-Liga zeigt: Große Namen bürgen nicht für Qualität. Seinen Vorschusslorbeeren von Anfang an gerecht wurde Altglienicke, während ein anderer Favorit erst nach schwachem Start richtig ins Rollen kam.

Von Bernd Karkossa

So viel Glanz war noch nie – aber nur, was die Namen in der Jubiläums-Saison der Berlin-Liga angeht. Tennis Borussia, die Reinickendorfer Füchse – toll. Aber was wir schon vor der Saison vermutet hatten, trat ein: Große Namen bürgen nicht für Qualität. Vielmehr haben die Traditionsklubs im Lauf der Jahre viel Patina angesetzt. Wenigstens brachte TeBe überall in der Stadt Kassierer-Augen zum Leuchten.

Die Lila-Weißen sorgten für den Paukenschlag des ersten Spieltags, als man sich nach dem 6:2 über die Preussen an die Spitze setzte, doch schnell stellte sich heraus, dass das Resultat weniger Aussagekraft über TeBes Stärke besaß als vielmehr über die Schwäche der Preussen. Die Lankwitzer nämlich standen in der gesamten Hinrunde nur dreimal nicht auf einem Abstiegsplatz. Mehmet Öztürk ahnte wohl, dass da wenig geht – er gab schon nach dem 7. Spieltag auf, Michael Paulick übernahm den Trainerjob. TeBe schaffte es bis zur Winterpause immerhin auf Rang elf. Das war übrigens auch die beste Platzierung der Füchse, die nun auf Rang 17 überwintern. Auf den neuen Coach Frank Schaaf, der Denis Drnda im November ablöste, wartet viel Arbeit.

Enger Kunstrasen in Altglienicke

Kommen wir zu den überzeugenden Teams. Die vor der Saison als der Favorit schlechthin genannte VSG Altglienicke wurde den Vorschusslorbeeren die meiste Zeit gerecht. Insbesondere zu Hause auf dem (zu?) engen Kunstrasenplatz ließ man aber Federn. Und deshalb ist der Vorsprung auch noch nicht so groß, als dass die Verfolger resigniert einpacken müssten.

Hertha 03 etwa, Tabellen-18. am 7. Spieltag, ist der „Mister Spock“ der Liga und hat sich mit 30 Punkten aus den nächsten zwölf Spielen in eine Angreifer-Position gebeamt. Auch Mahlsdorf begann schwach, arbeitete sich dann aber nach vorn. Eine ganz starke Hinserie spielte der Aufsteiger 1. FC Wilmersdorf, der zweimal sogar die Tabelle anführte. Lichtenberg 47 mit dem neuen Trainer Daniel Volbert ist auch besser drauf als im Vorjahr.

Die vielleicht größte Überraschung aber ist Stern 1900. Da rätselte der Chef Bernd Fiedler sogar schon selbst: „Unglaublich, wie wir manchmal unsere Spiele gewinnen.“ Knapp dahinter liegt Aufsteiger SC Staaken. Der SV Empor stabilisierte sich, der TSV Rudow stand neun Mal auf einem Abstiegsplatz, ehe man eine Klettertour bis auf Rang neun startete. Ähnliches gilt für den Adlershofer BC, den gleich zu Saisonbeginn der Kreuzbandriss von Matthias Martin bis ins Mark traf.

Frohnauer SC vor Gericht

Umgekehrt verlief die Kurve beim Berliner SC, der am 6. Spieltag noch Zweiter war und dann bis auf Zwölf abrutschte. Ganz mies in die Saison kam der VfB Hermsdorf, der sich zwar vorarbeitete, aber immer wieder unnötig Punkte liegen ließ. Der Frohnauer SC saß gefühlt mehr über Gerichtsurteilen als auf dem Fußballplatz, musste wegen seines vermeintlich nicht einsatzberechtigten Leroy Da Costa einen Abzug von insgesamt vier Punkten verkraften. Die Sache ist noch immer nicht ausgestanden. Beim SC Gatow geht indes inzwischen die Angst um. Die so spielstarke Elf, die immer wieder verreiste Leistungsträger ersetzen musste, liegt nur noch vier Punkte vor der „Todeszone“.

Aufsteiger Hürriyet-Burgund steckt da mitten drin. Nach gutem Beginn (Vierter am 6. Spieltag) ging es abwärts. Bei den Weddingern aber hat Erdal Güncü nach wie vor das Sagen – und überhaupt geht es an der Stralsunder Straße angenehm unaufgeregt zu. Was man von Trabzonspor nicht behaupten kann. Beim Tabellenletzten nahm Miroslav Jagatic genervt von mangelnder Unterstützung seitens des Vorstands im Oktober seinen Hut. Für ihn kam Ahmet Akar, der auf Besserung in der Rückrunde hofft. Da ist er nicht der Einzige.

Diesen und viele weitere Artikel in voller Länge finden Sie in der

Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 51/52)

 

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Aktualisiert (Montag, 02. Januar 2012 um 12:40 Uhr)

 
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