Aller guten Dinge sind vier
Joaquim Rafael Makangu ist der beste Torschütze der Berlin-Liga-Hinrunde. Mit seinem Klub Hertha 03 will er in die Oberliga aufsteigen.
Von Bernd Karkossa
Sein persönliches Highlight erlebte der Mann mit dem wohlklingenden Namen am letzten Spieltag der Hinrunde. Joaquim Rafael Makangu schockte den Frohnauer SC, vier Tore steuerte der Stürmer von Hertha 03 zum 9:3-Sieg der Zehlendorfer bei. Sozusagen im Galopp sprintete der 20 Jahre junge Mann auf dem Frohnauer Poloplatz damit an die Spitze der Torjägerliste in der Berlin-Liga. 16 Tore stehen jetzt auf seinem Konto, Makangu hat sich zum ersten Anwärter auf die Torjägerkanone am Ende der Saison geschossen.
Es war nicht sein erster Viererpack in dieser Spielzeit. Schon beim 10:1 gegen Hürriyet-Burgund im November mutierte er zum größten Schrecken der gegnerischen Abwehrreihe. „Er bringt alles mit für einen echten Klassemann im Angriff“, weiß sein Trainer Cem Efe. „Rafael ist schnell, laufstark, technisch gut, dabei mannschaftsdienlich. Und er hat einen Körper wie Adonis“, schwärmt Efe, der sich schon länger um den Jungen kümmert.
Schon in der A-Jugend hatte er Joaquim Rafael Makangu unter seinen Fittichen. Der am 8. April 1991 im Waldkrankenhaus in Spandau geborene Sohn angolanischer Eltern begann am Ziegelhof beim damals noch existierenden Spandauer BC 06 (heute FC Spandau 06) mit dem Kicken, dann ging er zu Hertha BSC. Sein Talent fand bundesweit Beachtung, dann aber stagnierte er etwas in seiner Entwicklung. Er wechselte nach Zehlendorf. Bei Hertha 03 und Cem Efe nahm Makangu wieder Fahrt auf, er war maßgeblich beteiligt am Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga in der Saison 2009/10. In seinem ersten Männerjahr ging er zum 1. FC Magdeburg, wo er in der 2. Mannschaft zum Einsatz kam. Weil er in Sachsen-Anhalt keine weiteren Aufstiegschancen sah, kehrte er im vergangenen Sommer zurück an den Siebenendenweg. Und nach anfänglichen Schwierigkeiten, als er manch hochkarätige Möglichkeit vor dem Tor leichtfertig vergab, geht Makangus Stern nun erst richtig auf.
„Wenn er ein Tor macht, kommt noch mehr“, sagt Efe. „Wenn es allerdings nicht so läuft, dann weiß man schnell: Heute wird es wahrscheinlich nichts, auch wenn er weiter kämpferisch alles gibt.“ Aber Efe nennt ihn „einen Glücksfall für uns, er ist sportlich wie menschlich ein richtig angenehmer Junge. Einfach ein Spieler, wie man ihn sich wünscht.“
Makangu weiß selbst, wo er den Hebel für seine weitere Entwicklung ansetzen muss. „Mein Kopfballspiel ist sicher verbesserungswürdig, und klar, an der Chancenverwertung muss ich arbeiten. Aber ich gebe nie auf, es muss immer weitergehen.“ Mit dieser Einstellung kann man es weit bringen. Über die Frage nach seinem fußballerischen Vorbild muss Makangu erst einmal nachdenken. „Samuel Eto’o“, sagt er nach reiflicher Überlegung. Keine schlechte Wahl, der vierfache Fußballer des Jahres in Afrika. Schnell, gute Technik, torgefährlich – das zeichnet den Kameruner aus. Attribute, die eben auch auf Makangu zutreffen. Der 20-Jährige, der Felix Polster und Torwart Ömurcan Korkut als seine besten Kumpels in der Mannschaft nennt, hat für die Saison vor allem einen Wunsch. „Ich will mit Zehlendorf in die Oberliga aufsteigen.“ Ein Ziel, das die „kleine Hertha“ ja schon länger (vergeblich) verfolgt. Auch durch Joaquim Rafael Makangu ist es um einiges näher gerückt.
Die besten Torjäger
1. Makangu (FC Hertha 03) 16
2. Akgün (NSC C. Trabzonspor) 14
Kroll (VSG Altglienicke) 14
4. Yaka (BSV Hürriyet-Burgund) 13
5. Warwel (VfB Hermsdorf) 12
Zorn (Eintracht Mahlsdorf) 12
7. Dort (Stern 1900) 11
Diesen und viele weitere Artikel in voller Länge finden Sie in der
Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 51/52)
Aktualisiert (Montag, 02. Januar 2012 um 12:40 Uhr)
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