Käthe-Tucholla-Stadion

Die Mitglieder bewahren das Käthe-Tucholla-Stadion vor dem Verfall.


Schaut man sich Bilder vom Käthe-Tucholla-Stadion vor der großen Sanierung an, hat man das Gefühl, auf einer anderen Sportanlage zu stehen. Heute erinnert nichts mehr an den maroden Gebäudekomplex, der noch vor zehn Jahren kaum zu betreten war und auch von der Laufbahn aus Sand ist keine Spur mehr. „Das Gebäude war voller Brand- und Wasserschäden und eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Mit viel Einsatz der Mitglieder und lokaler Sponsoren haben wir es schließlich ohne öffentliche Mittel geschaftt, hier alles wieder in Schuss zu bringen“, erzählt Peter Lawatzeck, 1. Vorsitzender des SSV Köpenick-Oberspree, stolz von den Umbauarbeiten, die von 2001 bis 2005 andauerten.

Seit sich die Anlage nun wieder in einem guten Zustand befindet, gab es auch sportlich einige Highlights am Bruno-Bürgel-Weg zu bestaunen. So kamen zum entscheidenden letzten Spieltag der Aufstiegssaison 2007 gegen den TSV Oranke mehr als 500 Zuschauer und feierten bei hervorragender Stimmung den Aufstieg in die Landesliga. „Auch unser 100-jähriges Vereinsbestehen 2008 werde ich nicht so schnell vergessen. Vor vollem Haus haben wir hier gegen eine DDR-Traditionsmannschaft um Jürgen Sparwasser gespielt. Das bleibt unvergesslich,“ erinnert sich Lawatzeck, „wenn es voll ist, haben wir hier richtig Stimmung.“

Anfahrt

Einen öffentlichen Parkplatz suchen die Zuschauer vergeblich. Auf dem Bruno-Bürgel-Weg finden sich normalerweise aber genügend Parkplätze. Eng wird es nur, wenn auf der benachbarten Anlage die Reserve des 1. FC Union ihre Oberligaspiele austrägt oder Veranstaltungen der nahe gelegenen Waldorfschule stattfinden. Vom S-Bahnhof Oberspree (S 47) sind es nur fünf Minuten Fußweg bis zum Platz. Zudem besitzt die Anlage einen kleinen Bootsanleger, so dass bei schönem Wetter auch eine Anreise über die Spree möglich ist.

Wertung:

Preise

Die Eintrittspreise sind freundlich. Erwachsene zahlen 5 Euro, Rentner und Jugendliche (unter 16) 3 Euro, für Vereinsmitglieder und Kinder unter 12 ist der Eintritt frei.

Wertung:

Casino

Im Rahmen der Instandsetzung des gesamten Gebäudekomplexes wurde auch das Sportcasino wieder in Schuss gebracht. Seit sieben Jahren führen Jona Luxmann und Harald Schuster die Geschäfte mit viel Einsatz und der typischen Berliner Schnauze. Bei einer sehr angenehmen Atmosphäre bleiben für den sportbegeisterten Gast eigentlich keine Wünsche offen: Von den Fensterplätzen hat man einen guten Blick auf das Spielfeld, nach dem Abpfiff werden auf einer Leinwand die Bundesligaspiele live übertragen und das Angebot ist vielfältig. Die Boulette mit Brot kostet 2 Euro, die Soljanka 2,50 Euro, zudem gibt es wechselnde Tagesgerichte (z.B. Schnitzel mit Beilage für 5,50 Euro). Das Berliner-Pilsner kommt frisch vom Fass (0,4 l für 1,80 Euro), komplettiert wird das Angebot von Kaffee (80 Cent), verschiedenen Teesorten (1 Euro) und jeder Menge Spirituosen. Geöffnet ist das Casino wochentags ab 17 Uhr und am Wochenende ab 10 Uhr. Außerdem befinden sich über dem Casino Räumlichkeiten, die für vereinsinterne Feierlichkeiten genutz werden können.

Wertung:

Getränke/Imbiss

Der nur wenige Meter vom Casino entfernte Grillstand lässt deutlich zu wünschen übrig. Die Preise sind zwar fair, das Angebot dafür sehr begrenzt. Bratwurst und Glühwein kosten je 1,50 Euro. Nur gut, dass die Tür zum Casino nicht weit entfernt ist.

Wertung:

Komfort

Auf den Luxus von Sitzplätzen oder einer Überdachung muss man im Käthe-Tucholla-Stadion leider verzichten. Einzig ein paar Bänke am Spielfeldrand sind vorhanden. Da der Platz keine Laufbahn mehr besitzt, sind die Zuschauer sehr nah dran am Geschehen und haben freien Blick auf das Spiel. Bei Regen hilft aber nur ein Regenschirm oder die Flucht ins Sportcasino.

Wertung:

Sanitäre Anlagen

Die Toiletten wurden 2005 saniert, sind sauber und geben (fast) keinen Anlass für Beschwerden. Je eine Herren- und Damentoilette sind im Kabinentrakt und im Casino vorhanden. Nur die Herrentoilette im Sportcasino versprüht noch den zweifelhaften Charme eines alten Bahnhofsklos, soll aber bald auf Vordermann gebracht werden.

Wertung:

Kids/Familie

Auf der weitläufigen Anlage ist genug Platz, um sich nach allen Regeln der Kunst, die Zeit zu vertreiben. Abgesehen vom direkten Zugang zur Spree gibt es einen Kunstrasenplatz und ein kleines Basketballfeld, so dass es genügend Möglichkeiten gibt, sich anderweitig zu betätigen, wenn das Spielgeschehen mal nicht so interessant sein sollte.

Wertung:

Allgemeine Atmosphäre

Trotz der Nähe zum Spielfeld kommt selten richtig Stimmung auf. Bei durchschnittlich etwa 50 Zuschauern wird es selbst bei Toren der Heimmannschaft nicht richtig laut. Ganz anders bei Derbys, wenn problemlos die 100-Zuschauer-Grenze geknackt wird und beim alljährlichen Oldieturnier, bei dem mehr als 500 Zuschauer für eine heiße Atmosphäre sorgen.

Wertung:

Sportlicher Reiz

Seit dem Aufstieg in die Landesliga 2007 spielt der SSV Köpenick-Oberspree stabil im Mittelfeld der zweithöchsten Berliner Spielklasse mit, wobei der Blick eher in Richtung Abstiegszone geht. Ein Aufstieg ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, die Berlin-Liga wäre für den Verein noch eine Nummer zu groß.

Wertung:

Sechs Bälle: besser geht es kaum — Fünf Bälle: hervorragend — Vier Bälle: guter Durchschnitt — Drei Bälle: ausreichend — Zwei Bälle: ganz schön dürftig — Ein Ball: einfach nur ärgerlich, lohnt keinen Besuch.

Aktualisiert (Mittwoch, 08. Februar 2012 um 12:17 Uhr)

 
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