Sportpark Staaken

Im Sportpark Staaken wird wieder ansprechender Fußball geboten.


Fußball gespielt wurde auf dem Brachland am Bahnhof Staaken schon zur Gründung des SC Staaken im Jahre 1919. Die erste offiziell bekannte Partie fand im Juli 1919 statt, Staaken verlor gegen Spandau-West mit 1:4. Aber schon im zweiten Spiel gab es den ersten Sieg, ein 4:2 gegen den SC Nauen. Schon 1921 wurde der Platz umzäunt, hergerichtet und mir einer Laufbahn versehen. Von Oktober 1950 bis 1952 sperrte das Sportamt Spandau den Platz.

Irreführend war immer wieder mal die Adresse, mal hieß es am Kurzen Weg, dann Eichholzbahn, immer aber auch „Am Bahnhof“. Lange gab es einen großen Rasenplatz, dazu ein Kleinfeld. Ein Highlight war ein Freundschaftsspiel gegen Schalke 04 (u.a. mit Olaf Thon) am 5. April 1986. Vor 1500 Zuschauern endete die Partie 0:5 aus Staakener Sicht – respektabel.

Ihre aktuelle Gestalt erhielt die Anlage erst vor zwei Jahren. 2010 wurden nach vier Jahren Bauzeit zwei gleich große Kunstrasenplätze (90x60 m) der neuesten Generation und das Funktionsgebäude mit sechs Kabinen, Duschen und Toiletten ihrer Bestimmung übergeben. Kostenpunkt: etwa eine Million Euro.

Anfahrt

Die frühere Bezeichnung des Sportparks Staaken („Am Bahnhof“) legt schon nahe, dass es mit der Verkehrsanbindung nicht so schlecht bestellt ist. Stimmt, vom Bahnhof Staaken zum Fußballplatz sind es nur fünf Minuten zu Fuß. Der Haken an der Sache: Die Regionalbahn verkehrt nur im Stunden-Takt. „Immer um '43 aus der Stadt“, weiß Daniel Kujath, Trainer der Zweiten. Mehrere Buslinien bringen den Fan vom Rathaus auch ans Ziel. Das Auto sollte man aber vielleicht besser zu Hause lassen. Parkplätze sind rar, und mit Knöllchen ist man hier schnell bei der Hand.

Wertung:

Preise

Berlin-Liga-gemäß werden normal 6 Euro fällig, Vereinsmitglieder, Rentner, Studenten zahlen vier, Jugendliche nur einen Euro.

Wertung:

Casino

Das Sportcasino gibt es schon lange, gerade wurde am 14. Dezember 2011 der 30. Geburtstag gefeiert. Frank Limburg arbeitet schon 20 Jahre hier, am 1. Oktober 2003 übernahm er die Gastronomie. Immer donnerstags ist Vereinstag, dann bietet Limburg warmes Essen im großen Stil an wie Rouladen, Gulasch etc. Das Vereinsheim ist groß, bietet 100 Personen Platz und wird immer wieder gern für Feierlichkeiten gebucht. Es sollen auch schon mehr als 100 Leute dagewesen sein… Ansonsten ist das Angebot überschaubar, es gibt Pommes, Buletten, Curry- und Bockwurst.

Wertung:

Getränke/Imbiss

Das Casino ist an Spieltagen natürlich geöffnet, dazu sind draußen „Lollo“ und „Balu“ für das leibliche Wohl zuständig. Lollo sorgt für den Getränkenachschub, Balu heizt den Grill an. Der Renner ist der Hamburger für 2,20 Euro, für den es auch von Gästefans schon viele Komplimente gab. Bulette und Bratwurst im Brötchen kosten 1,50, die große Currywurst 2,30. Oft gibt es selbstgebackenen Kuchen. Schultheiß-Bier vom Fass kostet 2,20 (0,4  l) oder 1,70 (0,3 l), Erdinger Weizen vom Fass 3 Euro, aus der Flasche 2,50. Kaffee 1,20, Cola, Fanta, Sprite groß 2,30, klein 1,20, Fassbrause etwas günstiger. Glühwein kostet 1,50, mit Schuss 2,50. Lollo augenzwinkernd: „Der Schuss ist ordentlich und sein Geld wert.“

Wertung:

Komfort

Es gibt eine einzige Sitzreihe, 140 Schalensitze in Grün (warum eigentlich nicht in der Vereinsfarbe blau?) auf der Seite mit dem Funktionsgebäude. Ein Dach aber sucht man vergebens, der Regenschirm sollte bei Nässegefahr im Verzug dabei sein. Auch auf die Ansagen eines Stadionsprechers muss man verzichten, Anwohner haben sich dagegen erfolgreich gewehrt. Dafür gibt es seit kurzem wieder ein kleines Stadionprogramm. Die „Sportpark-News“ sind nur vier Seiten stark, aber immerhin.

Wertung:

Sanitäre Anlagen

Sehr ordentlich. Zwei WC's und vier Pinkelbecken für die Männer, drei WC's für die Damen, sehr sauber. Dazu öffentlich zugängliche Toiletten im Funktionsgebäude, die obendrein behindertengerecht ausgestattet sind. Gut.

Wertung:

Kids/Familie

Hinter dem „Osttor“ des Hauptplatzes steht ein großer Sandkasten mit einem Beachvolleyballfeld und zwei Handballtoren. Hier können sich die Kleinen richtig austoben, wenn ihnen das Spiel der kickenden Männer zu langweilig wird.

Wertung:

Allgemeine Atmosphäre

Einfach nett. Am hölzernen Kassenhäuschen knöpfen seit Jahren Barbara Pomplun und Renate Schöpke den Zuschauern mit einem charmanten Lächeln die Euros ab. Die Zuschauer sind nah dran an den Spielern. Und eine gute Gelegenheit zum Halbzeitplausch findet sich auf den Pflastersteinen zwischen Funktionsgebäude und Hauptplatz. Ansonsten geht es gesittet zu, das größte „Raubein“ bei den Staakenern ist Trainer „Jogi“ Beyer. War ein Scherz!

Wertung:

Sportlicher Reiz

So viel sportlicher Reiz war lange nicht. 1995 stieg der SC Staaken aus der Verbandsliga ab und brauchte geschlagene 16 Jahre, um wieder in die höchste Berliner Spielklasse zurückzukehren. Der Aufsteiger hat eine ordentliche Combo beieinander, spielt eine ordentliche Rolle und dürfte mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen. Und der Unterbau stimmt. Die A-Jugend spielt in der Regionalliga, die B mischt in der Verbandsliga-Spitze mit. Die Zukunft am Bahnhof sieht also nicht schlecht aus.

Wertung:

Sechs Bälle: besser geht es kaum — Fünf Bälle: hervorragend — Vier Bälle: guter Durchschnitt — Drei Bälle: ausreichend — Zwei Bälle: ganz schön dürftig — Ein Ball: einfach nur ärgerlich, lohnt keinen Besuch.

Aktualisiert (Mittwoch, 01. Februar 2012 um 17:14 Uhr)

 
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