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Suche nach Nestwärme

Maik Franz erhöht den Konkurrenzkampf in der Abwehr.

Von Karsten Doneck

Erst einmal fühlte sich Maik Franz verpflichtet, Korrekturen an seinem Image vorzunehmen. Es existiert da ja wohl das eine oder andere Missverständnis, jedenfalls nach Ansicht des Abwehrspielers. Ein Rauhbein sei er, ein notorischer Foulspieler, wird vielfach kolportiert. „Das wird verkehrt dargestellt“, beteuerte Franz freundlich, als sein künftiger Arbeitgeber Hertha BSC ihn auf einer Presekonferenz als Neuzugang vorstellte. „Ich bin nicht der große Grätscher oder Treter. Ich spiele gar nicht so viel Foul.“ Wie dem auch sei: Angebote vom VfL Wolfsburg und dem 1. FC Köln hat Maik Franz ausgeschlagen und einen Dreijahresvertrag beim Bundesliga-Aufsteiger in Berlin unterschrieben.

Den Wechsel in die Hauptstadt verknüpft der 29-Jährige mit so etwas wie Nestwärme. „Das Gefühl, dass man gewollt ist, ist das Wichtigste für mich“, sagt er. Und: „Mir war immer klar: Wenn ich wechsele, möchte ich auf jeden Fall zu einem Traditionsverein.“ Also: von Eintracht Frankfurt zu Hertha BSC –  vom Absteiger zum Aufsteiger.

Eintracht Frankfurt flog in der vergangenen Saison nach katastrophaler Rückrunde raus aus der  Bundesliga. Dabei mussten die Hessen im Endspurt um den Klassenerhalt auf Maik Franz verzichten. Der fiel für die letzten vier Spiele aus. Gegen Hoffenheim hatte er sich bei einem Pressschlag mit Peniel Mlapa einen Bruch des rechten Mittelfußes zugezogen. Es gibt in Frankfurt Stimmen, die hartnäckig behaupten, mit Maik Franz hätte die Eintracht in den letzten vier Spielen mehr als nur den tatsächlich erreichten einen Punkt geholt.

Für Maik Franz ist der Abstieg indes keine grundlegend neue Erfahrung gewesen. Auch 2009 widerfuhr ihm dieses bittere Los, damals noch im Dress des Karlsruher SC. Er wechselte danach von Karlsruhe nach Frankfurt. Seine ersten Gehversuche im Fußball hatte Franz im zarten Alter von sechs Jahren in Halberstadt gemacht.  Über den 1. FC Magdeburg kam er 2001 zum VfL Wolfsburg. Inzwischen blickt Franz auf 185 Erstliga-Spiele zurück, erzielte dabei zwölf Tore.

Mit Maik Franz, der ablösefrei zu haben war, wächst bei Hertha der Druck auf die etablierten Abwehrkräfte. Andre Mijatovic darf nun, obwohl er auch Mannschaftskapitän ist, keineswegs mehr davon ausgehen, als Innenverteidiger eine gesetzte Größe zu sein. Auch für Christian Lell, den Rechtsverteidiger, wird durch die Verpflichtung von Franz die Luft dünner.  „Maik Franz bringt eine Menge Erfahrung mit. Es ist ein kompromissloser Defensivspieler, vielseitig einsetzbar“, sagt Michael Preetz.

Da darf sich Herthas Manager ja glücklich schätzen, dass Franz die richtige Berufswahl getroffen hat. Der Abewehrspieler hat nämlich mal erzählt: „Schon als Kind war mir klar: Entweder werde ich Polizist oder Fußballer.“

Diesen und viele weitere Artikel finden Sie in der

Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 27)

 

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Aktualisiert (Dienstag, 05. Juli 2011 um 15:03 Uhr)

 
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