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Schlau und eiskalt

Simon Terodde wurde erst im zweiten Anlauf Unioner.

 

Von Karsten Doneck

Simon Terodde verließ Berlin mit der branchen-üblichen Floskel im Hinterkopf. Vielen Dank, man werde in Kontakt bleiben, wurde ihm mitgeteilt.  Solche Sprüche hören die Spieler häufiger, wenn ihr Probetraining zu keinem Vertragsabschluss führt. Da hatte sich dieser Terodde also im Dezember 2008 beim 1. FC Union vorgestellt. An einem Montag kam er, trainierte mit, am Mittwoch ging er wieder: krankheitsbedingt. Er wurde vertröstet, mumaßlich auf den Sankt Nimmerleinstag. Aber: In Köpenick behielt man diesen Spieler tatsächlich in Erinnerung. Und als unlängst feststand, dass Union für Karim Benyamina keine Verwendung mehr hatte, musste ein neuer Stürmer her. Es kam – Simon Terodde. Rund zweieinhalb Jahre nach seinem Probetraining wurde damit ein bereits als gescheitert angesehener Transfer doch noch Wirklichkeit.

„Bei unserem ersten Kontakt ist es etwas unglücklich gelaufen“, erinnert sich Terodde. Er stand damals beim MSV Duisburg unter Vertrag. Sein fußballerischer Weg schien indes auch ohne Engagement in Köpenick verheißungsvoll: Über Fortuna Düsseldorf landete er beim 1. FC Köln. In der vorigen Saison kam er bei den Kölnern immerhin schon auf fünf Kurzeinsätze in der Bundesliga. Erstmals schickte ihn der damalige Trainer Frank Schäfer am 6. November 2010 im  Auswärtsspiel in Nürnberg aufs Feld – für die letzten neun Minuten. Köln verlor 1:3.

Aber die Perspektive, beim 1. FC Köln eventuell die Hürde zum Bundesligaspieler zu nehmen, war Terodde allzu hoch. Meist tauchte er  „nur“ in der Regionalliga-Elf der Domstädter auf, für die er bei 21 Einsätzen zwölf Tore erzielte. Dem Hin und Her zwischen Profis und U 23 überdrüssig, entschied sich Terodde lieber für klare Verhältnisse und eine feste Bleibe: Er heuerte bis 2013 bei Union an.

„Simon ist ein schlauer Spieler und eiskalt im Abschluss. Er ist auf einem guten Weg“, lobte Trainer Uwe Neuhaus den 23-jährigen nach dem Test vor zwölf Tagen bei Victoria Seelow. Union siegte 10:1 – und alle redeten hinterher über Terodde. Der hatte Rekordverdächtiges vollbracht. Innerhalb von 180 Sekunden war ihm ein Hattrick gelungen, er allein hob den 1:0-Zwischenstand im Minutentakt auf 4:0 an.

Der allererste Eindruck von ihm bei Union rief indes noch Skepsis hervor. Im ersten Union-Test der Saison bei Lichtenberg 47 (5:0) hatte Terodde zwei glasklare Torchancen reichlich kläglich versiebt. Wieder so einer, der sich zwar Möglichkeiten erarbeitet, sie aber nicht nutzt, mögen die Union-Fans gedacht haben. Erinnerungen wurden wach an die lange, nervtötende – und inzwischen beseitigte – Abschlussflaute des anderen Union-Angreifers John Jairo Mosquera. Doch Teroddes Auftritt fand noch ein versöhnliches Ende. Er hatte sich nicht entmutigen lassen und schoss in der Schlussphase noch zwei Tore.

Diesen und viele weitere Artikel finden Sie in der

Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 27)

 

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Aktualisiert (Dienstag, 05. Juli 2011 um 15:02 Uhr)

 
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