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27 Minuten Bundesligaluft

Markus Karl soll als Sechser in die Rolle von Peitz schlüpfen.

 

Von Karsten Doneck

In die Erste Liga hat Markus Karl schon hineingeschnuppert. Und zwar in fünf Spielen für den Hamburger SV. Allerdings: Seine Einsatzzeit könnten schon Grundschüler bequem im Kopf in Sekunden umrechnen. Nur 27 Minuten stand er insgesamt in den fünf Spielen auch tatsächlich auf dem Feld, stets als Einwechselspieler. Über seine weiteren Stationen SpVgg Greuther Fürth und FC Ingolstadt landete Karl jetzt beim 1. FC Union. Er wird bei den Köpenickern zweifellos mehr Gelegenheit bekommen, sein Können zu zeigen, als das vom Sommer 2005  bis Weihnachten 2006 in Hamburg der Fall war. „Er ist mein Wunschspieler auf der Sechs“, frohlockt Trainer Uwe Neuhaus, der – nach eigener Aussage – Karl schon seit dessen HSV-Zeit stets im Blickfeld hatte.

Markus Karl wird als Mann vor der Abwehr in die Fußstapfen von Dominic Peitz (jetzt FC Augsburg) treten. Von dem 25-Jährigen wird erwartet, dass er im Spiel nach vorne ballsicherer agiert und mehr Passgenauigkeit hinbekommt als sein in dieser Hinsicht oft schludernder Vorgänger Peitz. In Unions erstem Testspiel bei Lichtenberg 47 (5:0) zeigte Karl vielversprechende Ansätze. „Er war unser Dreh- und Angelpunkt“, lobte Neuhaus.

59 Zweitligaspiele hat Karl bestritten, dabei vier Tore erzielt. Seine 1,93 Metern Körpergröße prädestinieren ihn zum Kopfballspezialisten, hinten wie vorne. Union bekam diesen Spieler, dessen Marktwert bei „transfermarkt.de“ auf 500.000 Euro geschätzt wird, ablösefrei. Sein Vertrag mit dem FC Ingolstadt war am 30. Juni ausgelaufen. Die Ingolstädter strebten zwar eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses an, doch Karl sträubte sich. Er unterschrieb lieber bei Union einen Zweijahresvertrag bis 2013, der sich bei einem Aufstieg automatisch bis 2015 verlängern würde.

Karl war 2005 von Greuther Fürth zum HSV gewechselt. Sein Debüt in der Bundesliga gab er am 9. April 2006. Der damalige Hamburger Trainer Thomas Doll wechselte ihn im Heimspiel gegen Mönchengladbach für Benny Lauth ein – allerdings erst in der 90. Minute. Zu diesem Zeitpunkt stand der 2:0-Sieg des HSV bereits fest. Durchsetzen konnte sich Karl in Hamburg nie, sein Name tauchte meist in den Aufstellungen der HSV-Amateure auf. In der Winterpause 2006/07 kehrte er nach Fürth zurück, wurde ein Jahr später ausgeliehen an den damaligen Regionalligisten FC Ingolstadt. Nachdem die Ingolstädter mit ihm den Aufstieg in die 2. Liga geschafft hatten, verpflichteten sie Karl fest.

Markus Karl bekommt noch immer glänzende Augen, wenn er sich an das letzte Gastspiel der Ingolstädter in der Alten Försterei in der vorigen Saison erinnert, Endstand 1:1. „Was bei Union abgeht, das ist sensationell“, sagt er. Künftig bestimmt er zum Teil selbst mit,  was bei Union abgeht.

 

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Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 26)

 

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Aktualisiert (Donnerstag, 30. Juni 2011 um 12:10 Uhr)

 
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