Die Wiederaufstiegs-Experten

Concordia Wittenau kehrt souverän in die Landesliga zurück – Born als „Torwarttorjäger“
Stolze 25 Siege, zwei Unentschieden, nur drei Niederlagen, dazu 99:31 Tore: „Das war eine Saison zum Zungeschnalzen“, sagt Dirk Schröder, Trainer von Concordia Wittenau. Vorstandschef Holger Seidel fügt hinzu: „Dass der sofortige Wiederaufstieg so ein Selbstläufer wird, damit haben wir nicht gerechnet. Wir sind stolz auf die Mannschaft.“ Bereits drei Spieltage vor Schluss stand Concordia als Aufsteiger in die Landesliga fest. Das Sahnehäubchen einer fast perfekten Saison, in der man die meisten Siege (25) und die meisten Punkte (77) in der Bezirksliga holte, bildete der Staffelsieg. Der Vorsprung auf Platz zwei betrug am Ende stattliche 13 Zähler.
Es zahlte sich aus, dass die Verantwortlichen des Klubs nach dem bitteren Abstieg aus der Landesliga im letzten Sommer, im Jahr des 100-jährigen Vereinsbestehens, auf Kontinuität setzten. Trainer Schröder, nunmehr seit elf (!) Jahren im Amt, blieb an Bord und mit ihm auch das Gros der Mannschaft. Angereichert wurde das eingespielte und verschworene Team mit fünf Neuzugängen: Rückkehrer Florian Schröder, Hoffmann (beide Nordberliner SC), Lehmann (Stern 1900 II) Darius Schlesinger und Keeper Hartmann (beide Club Italia) – alle schlugen ein. Die optimale Trefferquote bei den Neuverpflichtungen war ein wichtiger Baustein des Erfolgs, ebenso wie „die Breite des Kaders und die Kameradschaft, die kaum zu Toppen ist“, so Schröder.
Zwar verlief der Saisonstart mit zwei Niederlagen aus den ersten fünf Spielen noch etwas holprig, doch Mitte der Hinrunde kam der „Conco“-Express richtig ins Rollen. Am 9. Spieltag sprang man auf einen Aufstiegsplatz, am 16. Spieltag an die Tabellenspitze, die man im weiteren Saisonverlauf nicht mehr hergab. Zwischenzeitlich blieben die mit einem enormen Siegeswillen ausgestatteten Wittenauer satte 19 Spiele hintereinander ungeschlagen. Klingt nach einem leichten Aufstieg. „Aufstiege sind nie leicht“, entgegnet Schröder. „Wir haben auch ständig von den anderen gehört, wie glücklich wir gewannen – aber wir konnten mit einem Schmunzeln damit umgehen.“
Einzelne Spieler hervorzuheben fällt schwer, denn die große Stärke bestand in der Ausgeglichenheit des Kaders. Ob Ahrens, Degenkolbe, Hoffmann und Darius Schlesinger in der Abwehr, Florian Schröder, Reiß und David Schlesinger im Mittelfeld oder Born im Sturm – alle Spieler hatten ihren Anteil am Erfolg. Apropos Born: Der 28-Jährige, im offensiven Mittelfeld oder im Sturm eingesetzt, war die Überraschung der Saison. Letzte Saison stand er noch im Kasten, nun avancierte er mit 23 Treffern zum Top-Torschützen der Wittenauer. Wie kam es zur Umfunktionierung? „Er hatte einfach keinen Bock mehr, Torwart zu sein, da er sich mehr bewegen wollte“, erklärt der Trainer. Es gab noch weitere personelle Lichtblicke. Zum Beispiel der junge Lehmann oder die „Dinos“ Diab und Hübner, die alle entscheidende Tore erzielen konnten.
Die Wittenauer kann man nun durchaus als Wiederaufstiegs-Experten titulieren. Ihnen gelang bereits zum zweiten Mal nach 2006/07 das Kunststück, den Abstieg in die Bezirksliga umgehend zu korrigieren. Damals und heute dabei: Coach Schröder, Born, Diab, Hübner, Florian Schröder, Degenkolbe und Kleineidam. „Wir wollen das aber in zwei Jahren nicht wiederholen müssen“, so Seidel. „Es wäre schön, wenn wir den Titel ‚Fahrstuhlmannschaft’ loswerden und uns in der Landesliga etablieren.“
Die Vorzeichen sind gut, denn der bewährte Stammkader bleibt komplett zusammen. „Wir wollen und müssen personell nicht viel machen, da die Truppe noch am wachsen ist“, sagt Schröder. Er ist überzeugt: „Die kameradschaftliche Art unsere Truppe wird uns in einigen Spielen Flügel verleihen. Aber auch das wir durch den neuen Vorstand auf finanzieller Ebene wesentlich besser aufgestellt sind als in den vergangenen Jahren.“ Lajos Metzel
Die 99 Tore für Concordia Wittenau erzielten: Born (23), Hübner (10), David Schlesinger (9), Lehmann (8), Degenkolbe (7), Diab (7), Reiß (6), F. Schröder (6), Riedrich (6), Mosbahi (5), Ahrens (4), Hoffmann (3), Kleineidam (1), Mann (1), Hartmann (1) sowie zwei Eigentore.
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