Durchmarsch geglückt

Arminia Heiligensee feiert den dritten Aufstieg binnen vier Jahren
Gleich fünf der 15 Mannschaften aus der 1. Abteilung der Kreisliga A ließen sich von der überzeugenden Vorsaison von Arminia Heiligensee beeindrucken und setzten auf einen Durchmarsch der Nordberliner. Deren Trainer, Thomas Heidbreder, war vor der Saison etwas vorsichtiger und gab als offizielle Vorgabe einen Platz im oberen Mittelfeld aus. „Ich wollte erst einmal den Druck von den Spielern nehmen. Durch die Saisonvorschau, die uns als Favorit hingestellt hat, ist der Druck auf mich als Trainer aber enorm geworden. Intern war jedoch klar, dass wir mit diesem Team aufsteigen wollen“, stellte der Übungsleiter die Erwartungshaltung klar.
Und die eingespielte Mannschaft erfüllte die Vorgaben. Als einziger Verein war Arminia in der Tabelle nie schlechter als auf Rang vier und so war die Konstanz eine der großen Stärken auf dem Weg in die Bezirksliga. Während die Konkurrenz im Aufstiegskampf entweder in der Saisonmitte schwächelte wie Mitaufsteiger Berliner Amateure und Alemannia 06 oder am Saisonende komplett einbrach wie der NFC Rot-Weiß, leisteten sich die Heiligenseer kaum Schwächeperioden und zogen aus Niederlagen meist die richtigen Lehren. „Einer der großen Tiefpunkte war sicherlich die Niederlage am 24. Spieltag gegen Hansa 07, als wir den Aufstiegsplatz nach einer Woche wieder hergeschenkt haben. Danach haben wir aber die richtige Reaktion gezeigt und die restlichen sechs Spiele gewonnen“, sagt Heidbreder.

Besonders stolz ist der Trainer, der selbst noch erfolgreich in der Altliga beim SC Borsigwalde auf Torejagd geht, auf die Nervenstärke seiner Elf: „Immer wenn es wirklich um etwas ging, waren wir voll da.“ So auch am letzten Spieltag, als der Spielplan einen besonderen Leckerbissen vorgesehen hatte. Nachdem Arminia und die Berliner Amateure im Gleichschritt drei Spiele vor Schluss aufgestiegen waren, kam es in Kreuzberg zum direkten Duell um den Staffelsieg, den sich die Heiligenseer mit einem deutlichen 4:0 mehr als souverän sicherten.
Neben der hohen individuellen Klasse von Spielern wie Torjäger Sonnemann, Eisenach, den Abwehrspielern Höche und Zerbe sowie Torwart Glashagen und Allrounder Kuhn sei vor allem der Zusammenhalt und die Stimmung in dem „verschworenen Haufen“ ausschlaggebend für den Erfolg gewesen. Dabei sieht sich Heidbreder selbst als eine Mischung aus Felix Magath und Jürgen Klinsmann. „Das Training ist für mich mit das Wichtigste, wer nicht trainiert, der spielt auch nicht. Zudem versuche ich die Spieler mit kleinen Psychotricks und meinen Ansprachen natürlich maximal zu motivieren“, erklärt Heidbreder seine Philosophie, die er seit vier Jahren bei seiner ersten Trainerstation mit großem Erfolg umsetzt.
Nachdem Arminia, erst seit 2007 im BFV-Spielbetrieb vertreten, nunmehr in vier Jahren drei Aufstiege feierte, gehen die Nordberliner die Bezirksliga erst einmal vorsichtiger an. „Wir wollen uns in der Bezirksliga etablieren“, sagt der Trainer, ergänzt aber auch, „Arminia ist wie mein Kind und ich bin sehr ehrgeizig, ich will immer gewinnen.“ In den nächsten zwei bis drei Jahren soll dann der nächste Sprung geschafft und der Angriff auf die Landesliga gestartet werden. „Wir wollen den Anschluss an die anderen Vereine im Norden wie den Nordberliner SC oder Concordia Wittenau schaffen, dazu müssen unsere Strukturen aber noch verbessert werden. Wir haben zum Beispiel nur eine Jugendmannschaft.“. Als Vorbild dient Heidbreder dabei sein bereits verstorbener ehemaliger Trainer beim SC Heiligensee, Jürgen „Fuzzy“ Schröder, der den Aufstieg von der Kreisliga C bis in die Landesliga schaffte. Dieses Ziel befindet sich nun in greifbarer Nähe und angesichts des rasanten Tempos wird es interessant zu sehen, wie lange der Zwischenstopp in der Bezirksliga andauert. Julian Graeber
Die 81 Tore für Arminia Heiligensee erzielten: Sonnemann (25), Steinbrück (13), T. Markwardt (10), Kuhn (6), Gundlach (5), Riedel (4), Eisenach (4), Jüterbock (3), Bielke (2), Plewa (2), Essig (2), Jäneke, Kunze, Lippok, C. Markwardt und Nitschke.
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