Das Rezept geht auf

Brandenburg 03 feiert mit einem charakterstarken Team die Landesliga-Rückkehr
Man nehme ein junges, talentiertes Team, reicher dieses mit einer handvoll höherklassig erfahrenen Kräften an und füge einen erfolgreichen Trainer hinzu – fertig ist das Aufstiegsrezept! So geschehen beim FC Brandenburg 03, der mit diesen Zutaten nach zweijähriger Abstinenz die angestrebte Rückkehr in die Landesliga schaffte – und seine tolle Aufstiegssaison mit dem Staffelsieg krönte. „Es ist alles aufgegangen, was wir uns in dieser Saison vorgestellt und gewünscht haben“, sagt der langjährige Vorstandschef Dieter Rieck und fügt an: „Dank an Trainer, Mannschaft und Umfeld. Die Rückkehr in die Landesliga bedeutet mir sehr viel, denn da gehören wir hin!“
Rieck war es, der vor gut einem Jahr das richtige Näschen hatte und sich den umworbenen Trainer Marco Wilke angelte. Wilkes Referenzen klangen verheißungsvoll. Zum einen spielte er einst selbst bei Brandenburg. Zum anderen coachte er zuvor mit viel Erfolg Kiez-Nachbar Hertha 06, den er 2008 in die Landesliga führte und dort etablierte.
Von Hertha 06 brachte der 43-jährige Trainer gleich fünf Top-Spieler mit: Grieß, Wirkotsch, Nieprasch, Yemenli und Shala. „Ich wusste, dass die Leistungsträger von Hertha 06 und die vorhandene Mannschaft sich perfekt ergänzen“, so Wilke. Die Mischung passte vorzüglich: Die Brandenburger kassierten nur drei Saisonniederlagen, standen ab dem 10. Spieltag ununterbrochen auf einem Aufstiegsplatz und blieben zeitweise 18 Spiele in Serie ungeschlagen (5. bis 24. Spieltag).

Vermeintlich schwere Hypotheken wurden problemlos gemeistert. Zum Beispiel der Verlust von Stammkraft Rauscher (Sechser-Position), den es in der Winterpause zu Oberligist Altlüdersdorf zog. Oder die Favoriten-Bürde. „Wir hatten Vertrauen zu unserer eigenen Stärke“, sagt der Coach.
Wenn Wilke über die größten Stärken spricht, zu denen er „den Charakter, den absoluten Siegeswillen und die Lernfähigkeit“ zählt, gerät er ins Schwärmen: „Der Teamgeist ist überragend, dass habe ich persönlich noch bei keiner Mannschaft erlebt.“ Maßgeblichen Anteil daran hatte Kapitän Nieprasch, seit Jahren Wilkes „verlängerter Arm“ auf dem Platz. „Er sorgte dafür, dass alle an einem Strang zogen. Auch wenn einer mal auf der Bank sitzen musste – keiner hat gemurrt“, lobt Rieck und schätzt auch das Fingerspitzengefühl Wilkes: „Er agierte immer der Situation angepasst, fand immer die richtigen Worte – eine Super-Zusammenarbeit.“
Absolute Leistungsträger waren Keeper Strychon, Libero Nieprasch, Mittelfeldmotor Shala, Flügelspieler Yemenli und die beiden Torjäger Wirkotsch und Grieß – ein Sturmduo, nachdem sich wohl der ein oder andere Klub aus der Landes- und Berlin-Liga die Finger leckt. Eine ausgezeichnete Saison spielten auch die zweikampfstarken Polenz, Gouverneur, Mirceski und Abou Abbas in der Abwehr, die technisch versierten Barz, Strahlendorf und Schmidt im Mittelfeld sowie die laufstarken Jakobeit und Ferreira Alves im Angriff. „Alle 22 Spieler im Kader haben überzeugt“, betont Wilke.
Die bewährte Aufstiegsmannschaft bleibt komplett zusammen und soll nur punktuell verstärkt werden. Das Beuteschema: „Einen kopfballstarken Spieler vor der Abwehr, um mehr Stabilität rein zubringen, einen Außenspieler und einen Offensivspieler, um die Konkurrenz innerhalb der Mannschaft zu erhöhen“, sagt der Trainer. Die Zielstellung für die neue Saison ist fix. „Als Aufsteiger zählt erstmal nur der Klassenerhalt“, weiß Wilke. „Persönlich ist es mein Ziel, meine Spieler weiter zu verbessern und am Ende einen einstelligen Platz zu erreichen.“ Nimmt Brandenburg seine Spielstärke, seinen Willen und seinen Teamgeist mit in die neue Spielzeit, sollte das machbar sein.
Bei aller Vorfreude auf das Comeback in der Landesliga, einen Wermutstopfen gibt es: Das erhoffte und zuschauerträchtige Kiezderby gegen Hertha 06 entfällt – der CFC stieg im Jahr eins nach dem Abgang von Wilke, Nieprasch und Co. in die Bezirksliga ab. Lajos Metzel
Die 80 Tore für den FC Brandenburg 03 erzielten: Grieß (32), Wirkotsch (20), Jakobeit (7), Shala (6), Stifter (4), Yemenli (2), Strahlendorf (2), Barz (2), Schmidt (1), Mirceski (1), Ferreira Alves (1) sowie 1 Eigentor. Dass ein Tor in der Schützenliste „fehlt“ ergibt sich aus der Tatsache, dass die Partie bei Hertha 03 II vom 21. Spieltag beim Stande von 5:0 für Brandenburg abgebrochen wurde und mit 6:0 für sie gewertet wurde.
Magazin 



































