Auf eigenem Platz eine Macht
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Berolina Mitte II schafft wie die 1. Mannschaft den Aufstieg – Viele Zuschauer
In der Saison 2009/10 vergab BW Berolina Mitte II den sicher geglaubten Aufstieg noch in den letzten beiden Spielen. Diesmal holte die Mannschaft von Trainer Uwe Ledwig das Verpasste souverän nach: Seit dem 8. Spieltag lag die Mannschaft in der Kreisliga B (4. Abteilung) auf einem Aufstiegsplatz. Am letzten Spieltag wurde dann vor 250 Zuschauern durch ein 2:2 gegen TSV Lichtenberg II der Staffelsieg perfekt gemacht.
„Unsere größte Stärke war die Defensive“, bilanziert Ledwig das Aufstiegsjahr. „Unsere größte Schwäche dagegen die Chancenverwertung, nur etwa ein Drittel der 100-prozentigen haben wir genutzt.“ Immerhin reichte dies zu 96 Treffern. Und eigentlich waren es exakt 100, doch das Spiel gegen Göktürkspor (4:2) wurde wegen des Rückzugs der Reinickendorfer nachträglich gestrichen. Derweil kassierte die Berolina-Reserve nur 40 Gegentore.
Nicht schlecht für eine Mannschaft, die Ledwig als „Studententruppe“ bezeichnet. Das hat natürlich den Nachteil, dass der eine oder andere nicht immer zur Verfügung stand. Und eine Stütze wie Boutesbkout musste am Saisonende an die „Erste“ abgegeben werden. Die stieg ebenfalls auf und spielt nunmehr in der Landesliga. So liegen zwischen beiden Teams nach wie vor nur zwei Spielklassen. Gemeinsam ist beiden Mannschaften aber, dass es „kein Geld gibt“.

Berolina lebt vor allem vom Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Das soll in der Kreisliga A natürlich so bleiben. „Es geht keiner weg“, freut sich Ledwig. „Und es sind schon am Ende der Serie einige neue Spieler dazu gekommen, die gut eingeschlagen haben.“ Sie sollen mit dafür sorgen, dass in der neuen Saison das Ziel Klassenerhalt verwirklicht wird.
Das Potenzial dafür ist vorhanden. Denn die junge Mannschaft ist in dieser Saison gereift, so manches Spiel wurde noch umgebogen. Und wenn auch die Gegner meinten, dass die Blau-Weißen eigentlich gar keine Übermannschaft waren, so reichte es dennoch meist zu klaren Erfolgen. Entscheidend war dabei vielfach der beeindruckende Kampfgeist. Glanzlichter setzte vor allem Regisseur Strohwald. Und einen vor dem Tor derart gefährlichen Akteur wie Boutesbkout gibt's in der Kreisliga B nur ganz selten.
Zu den Trümpfen der einzigen Mannschaft, die im alten Bezirk Mitte spielt, gehört auch der Platz an der Kleinen Hamburger Straße. Vor allem, wenn viele Zuschauer kommen sind – einmal waren es etwa 400 beim Nachspiel der „Ersten“ – ist die Atmosphäre beeindruckend. Folgerichtig gab es auf eigenem Platz keine Niederlage und lediglich drei Unentschieden. Damit war die Berolina die beste Heimmannschaft der 4. Abteilung. Und die gerade einmal 14 Heim-Gegentore weisen nach, wie gut die Blau-Weißen auf dem engen Kunstrasenplatz agierten. Nebenbei: Besagter Fußballplatz war dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ unlängst eine ganze Seite wert – er ist halt der einzige nahe dem Regierungsviertel.
Auf die Heimstärke will Ledwig nun aufbauen. Einen Wunsch hat er aber für die neue Saison: „Mir fehlt ein Co-Trainer, der mich entlasten kann.“ Die einzige Bedingung: „Er muss zu uns passen.“ Manuel Fernandes
Die 96 Tore für BW Berolina Mitte II erzielten: Boutesbkout (25), Triebel (13), , Jaeck (10), Strohwald (9), Riechmann (6), Riemann (6), Liesche (5), Dobberstein (4), Hille (4), Gutschow (2), Thierschmann (2), Sagnic (2), Breng, Gutschow, Langer, Ledwig, Neumann, Reinsch, Rekowski und Schmitz.
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