Goldener Kopfball von Friede
Staakens D-Jugend krönt eine überragende Saison mit der Berliner Meisterschaft. Endspielgegner Hertha BSC fühlt sich in letzter Minute um den möglichen Ausgleich gebracht - und verkündet die Verpflichtung von vier frischgebackenen Staakener Meistern.

Von Lajos Metzel
Während sich die Staakener Spieler nach dem Schlusspfiff jubelnd in die Arme fielen und den Berliner Meistertitel feierten, eilten die enttäuschten Herthaner schnellen Schritts zu Schiedsrichter Birgel. Sie hatten Klärungsbedarf. Birgel hatte ihnen in der vierten Minute der Nachspielzeit einen Neunmeter verweigert, als Meier von Tasar zu Fall gebracht wurde. Der Strafstoß hätte den Ausgleich bedeuten können und damit Herthas Titeltraum wieder aufleben lassen. Doch der Referee entschied auf Weiterspielen.
„Ich stand perfekt. Für mich war es kein klarer Neunmeter“, erklärte Birgel. Die meisten der 250 Zuschauer im Volkspark Mariendorf sahen das anders – wie auch beide Trainer. „Klarer Neunmeter, da haben wir Glück gehabt“, meinte Staaken-Coach Philipp Klatt. „Es ist natürlich ärgerlich, aber im Endeffekt hat Staaken verdient gewonnen“, erkannte Hertha-Coach Christian Freynik an. Recht hatte er. Der SCS war einfach besser, hatte mehr vom Spiel und mehr Chancen. „Das ist für uns der krönende Abschluss einer überragenden Saison“, bilanzierte SCS-Coach Klatt. „Berliner Hallenmeister, NOFV-Hallenmeister und jetzt Berliner Meister – das ist nicht alltäglich für unseren Verein. Da sind wir sehr stolz drauf.“
Staaken war Hertha, das komplett mit Spielern des jüngeren Jahrgangs besetzt war, körperlich überlegen und spielte diesen Vorteil, insbesondere bei Standards, gut aus. Bezeichnend, dass das goldene Tor von Friede nach einer Ecke fiel. Einziger Kritikpunkt am SCS: Er hätte frühzeitig die Fronten klären müssen. Zwei Beispiele: Torjäger Franke, der sich packende Duelle mit Herthas starkem Abwehrchef Baak lieferte, scheiterte an Keeper Smarsch (31.) und Friede per Kopf an der Latte (38.). Kurzum: Staaken war dem 2:0 deutlich näher als Hertha dem Ausgleich.
Die Herthaner, die ihre stärksten Phasen jeweils zu Beginn der Halbzeiten hatten, fanden kein Mittel gegen das zweikampfstarke Defensiv-Dreieck Egerer-Tasar-Friede. „Wir haben einen guten Fight geboten und sind mehr stolz als enttäuscht“, sagte Hertha-Trainer Freynik. Er fügte an: „Staaken hat einfach starke Jungs in seinen Reihen – nicht umsonst wechseln auch vier von denen nächste Saison zu uns.“ Dabei handelt es sich um Egerer, Friede, Covic und Waltersdorf. D-Jugend
Das Spielschema
SC Staaken – Hertha BSC 1:0 (1:0)
STAAKEN: Koal – Egerer, Tasar – Waltersdorf, Friede, Juhasz – Covic, Franke. Eingewechselt: Mema, Dimke.
HERTHA: Smarsch – Krebs, Baak, Edobor – Meier, Kade – Nieland, Zografakis. Eingewechselt: Hoffmann (TW), Ernesto, Stockmann, Seifert.
SR: Birgel (Berolina Stralau) – Z.: 250.
TORE: 1:0 (16.) Friede, Kopfball nach Ecke von Waltersdorf.
GELBE KARTE: Juhasz, Franke (beide U) – Meier (F).
BESTE SPIELER: Egerer, Friede, Franke – Baak, Meier.
Diesen und viele weitere Artikel finden Sie in der
Fußball-Woche (Ausgabe Nr. 25)
Aktualisiert (Donnerstag, 23. Juni 2011 um 11:53 Uhr)






































