21.03.2018

Afshar wird zum Matchwinner

Final-Vorrunde I: Schule am Wilhelmsberg und Judith-Kerr-GS dank später Tore weiter

Zählte gemeinsam mit Anes Sahacic zu den Erfolgsgaranten der Katharina-Heinroth-GS: Alexsandro Probst (M.), hier gegen Anton Bulland (l.) und Philip Bieszczad von der Sachsenwald-GS. Foto: contrast

Bezirksobmann Frank Schmitsdorf kann stolz sein: Beide Vertreter aus Charlottenburg-Wilmersdorf schafften beim Auftakt der Final-Vorrunde am vorigen Donnerstag den Sprung in die Endrunde.

Gruppe A und B

Es lief die letzte Spielminute im Halbfinale zwischen der Schule am Wilhelmsberg und dem Canisius-Kolleg, da avancierte Eltafhossein Afshar zum unumstrittenen Matchwinner. Auf der rechten Seite bekam der Fünftklässler der Schule am Wilhelmsberg den Ball in den Lauf gespielt, hatte plötzlich freie Bahn, spurtete Richtung Tor – und netzte zum 2:1-Siegtreffer ein. Als eine von sechs Mannschaften zogen die Lichtenberger damit ins große Finale des Drumbo Cups an diesem Mittwoch ein. „Die Jungs haben sich für ihren großen Aufwand belohnt. In den letzten Jahren haben wir noch viel Lehrgeld bezahlt“, sagte Coach Jürgen Kayser, der auf Vereinsebene als Jugendleiter des BFC Dynamo tätig ist und das Team im Rahmen der Schul-Koorperation trainiert. „In der Endrunde wollen wir uns so teuer wie möglich verkaufen.“

Großer Bestandteil des Erfolgsrezepts der Schule am Wilhelmsberg: die Kompaktheit. Sowohl in der Gruppenphase (lediglich einen Gegentreffer) als auch im Halbfinale ließ die Defensive entweder kaum etwas zu oder Torhüter Domenik Konrintha („Er ist über sich hinausgewachsen“), wie ein Großteil seiner Mitspieler BFC-Kicker, war auf dem Posten. „Wir haben nicht die besten Spieler, sind aber einfach gut zusammengewachsen“, so Kayser.

Ebenfalls eine Runde weiter: die Katharina-Heinroth-Grundschule. Der Zweitplatzierte aus Charlottenburg-Wilmersdorf bot den technisch anspruchsvollsten Hallenfußball der Gruppen A und B, hatte in Alexsandro Probst und Anes Sahacic (dynamisch, technisch beschlagen) zudem die herausragenden Spieler. Bester Beleg: Das Duo erzielte gemeinsam alle sechs Treffer der Rot-Weißen – Probst vier, Sahacic zwei. Im Halbfinale bezwang man die Sachsenwald-Grundschule (stark: Anton Bulland) mit 1:0. Den goldenen Treffer erzielte Probst nach Querpass von Humayoon Muhaghgh.

Mit der Fichtelgebirge-Grundschule (Friedrichshain-Kreuzberg) und der Schule an der alten Feuerwache (Treptow-Köpenick) waren derweil gleich zwei Bezirks­champions nach der Gruppenphase auf der Strecke geblieben. Während die Fichtelgebirge-Grundschule, angeführt von Wirbelwind Ali Keles, nach starkem Beginn im entscheidenen Spiel der Schule am Wilhelmsberg unterlag (0:3), blieb die Schule an der alten Feuerwache so gut wie chancenlos. Selbiges Schicksal ereilte die Grundschule auf dem Tempelhofer Feld (Tempelhof-Schöneberg) und die Grundschule an der Pulvermühle (Spandau). Immerhin: Erstere trotzte Halbfinalist Canisius-Kolleg ein 1:1-Unentschieden ab.

Gruppen C und D

Den Halbfinalfluch besiegt: 2016 und 2017 hatte die Judith-Kerr-Grundschule jeweils in der entscheidenden Partie der Final-Vorrunde die Segel streichen müssen. Am vergangenen Donnerstag war es dann so weit: Die Schützlinge von Bruno di Martino lösten durch einen 2:0-Erfolg gegen die Grundschule am Fließtal das Endrunden-Ticket.

Knackpunkt des Spiels war die Zeitstrafe für Benjamin Sperling (Grundschule am Fließtal). Nach knapp acht Minuten wurde der 12-Jährige, auf Klubebene für den Berliner SC aktiv, von Schiedsrichter Schady Hassan (SC Staaken) den Feldes verwiesen. Anschließend kippte die bis dato weitgehend ausgeglichene Partie zu Gunsten der Judith-Kerr-Grundschule: Tony Traore besorgte freistehend den Führungstreffer, Bendix Kadji machte per Zehn-Meter-Strafstoß – die Grundschule am Fließtal hatte vier Fouls begangen – den Deckel drauf.

Die Judith-Kerr-Grundschule, Erster aus Charlottenburg-Wilmersdorf, zeichnete sich durch ihre ausgeglichene Besetzung aus, bewies auch unter Druck große Ruhe am Ball. Als Dreh- und Angelpunkt brillierte in letzter Linie Kadji (FC Hertha 03), der überdies im letzten Gruppenspiel gegen die Richard-Grundschule den wichtigen Treffer zum 2:1 markierte. Der Dreier bescherte der deutsch-französischen Europaschule Rang eins in Gruppe D.

Im zweiten Überkreuzvergleich triumphierte die Scharmützelsee-Grundschule über die Richard-Grundschule – dank Theodorus Xydias (schob Torhüter Leonit Podvorica den Ball aus kurzer Distanz durch die Hosenträger) und Kian Todorovic (tolle Einzelleistung), die einen 2:0-Sieg herausschossen. Gemeinsam mit Stratege Enes Uksul zeigte das Duo immer wieder schöne Kombinationen und marschierte mit ihrer Mannschaft locker-flockig durch die Vorrunde – neun Punkte und ein Torverhältnis von 7:1 sprechen für sich.

Erfreulich: In den Gruppen C und D fiel bis auf die Clemens-Brentano-Grundschule kein Teilnehmer deutlich ab. Von den ausgeschiedenen Teams war die Richard-Grundschule (klasse: Bilal Sleiman, Ahmed Badran und Ardolind Sfishta) das spielstärkste, ließ phasenweise aber die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. Gleiches galt für die Bernhard-Grzimek-Schule, die vor allem im ersten Spiel gegen die Scharmützelsee-Grundschule an ihrer eigenen Chancenverwertung zu knabbern hatte.

Maximilian Wölfl

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